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Tischtennis
Tischtennis-Elite stürmt die Erka-Halle

Tischtennis: Tischtennis-Elite stürmt die Erka-Halle
Voller Körpereinsatz: Verena Bauer und ihre Partnerin Pia Dörißen vom WRW Kleve (im Vordergrund) gaben im Frauen-Doppel Vollgas und kamen bis ins Viertelfinale. FOTO: JÜRGEN LAASER
Erkelenz. Zwei Tage Nonstop-Ballzauber an den grünen Tischen in der Erka-Halle: Der TV Erkelenz war zum dritten Mal Gastgeber der Westdeutschen Einzelmeisterschaften im Tischtennis. Von Helmuth Weidenhaupt

Schon am Samstag während der Gruppenspiele waren die Zuschauerränge gut besetzt - vornehmlich von den Angehörigen, Freunden und Fans der jungen Aktiven, die es erstmals zu einem derart hochrangigen Event geschafft hatten. Aber es wurden auch schon einige Leckerbissen geboten. Tischtennis-Nostalgiker schwärmten von dem "goldenen Händchen" des fünfmaligen Deutschen Einzelmeisters Wilfried Lieck, der es als 70-Jähriger noch einmal geschafft hatte, sich für die Westdeutschen zu qualifizieren. Und tatsächlich enttäuschte das Idol aus Altena, das in seiner Vita eine Vizeweltmeisterschaft (1969) und eine Vizeeuropameisterschaft (1980) in der Mannschaft aufzuweisen hat, seine Fans nicht. Der fünffache Deutsche Einzelmeister schied zwar bereits nach der Gruppenphase aus, doch lag das eher an Konditionsproblemen als an spielerischen Defiziten.

Die Garde der ETV-Freunde freute sich vor allem am Auftritt des Lokalmatadors Egidio Brigante. Der junge Erkelenzer zeigte bei seinem ersten Auftritt auf der großen Bühne keinerlei Lampenfieber und begeisterte mit mutigen Angriffsspiel, das mit einem sensationellen 3:0-Sieg gegen den viel höher eingestuften NRW-Ligisten Florian Bartnik (TTC Herne-Vöde) honoriert wurde. Fast hätte es für Brigante sogar noch zur Hauptrunde gereicht, doch das entscheidende Match gegen Grothe (TTC Schwalbe Bergneustadt) ging knapp mit 1:3 verloren.

Am Sonntag waren dann die Besten der Besten unter sich und boten den Kennern nicht nur Tischtennis vom Feinsten, sondern auch Spannung à la Hitchcock. Das Halbfinale erreichten die topgesetzten Lennart Wehking (1. FC Köln) und Hermann Mühlbach (TTC indeland Jülich) und etwas überraschend Michael Servaty (TG Neuss), der Titelverteidiger Erik Bottroff (Borussia Dortmund) ausgeschaltet hatte. Vierter im Bunde war mit dem 37 Jahre alten Deutsch-Chinesen Yang Lei (SV Brackwede) ein Newcomer, der erst seit diesem Jahr im WTTV startberechtigt ist. Und Lei, den allenfalls Insider auf der Rechnung hatten, wurde seinem Ruf als unberechenbarer Favoritenkiller gerecht: Im Halbfinale fertigte er Titelfavorit Wehking glatt mit 4:0 ab, das Endspiel gegen Servaty gewann er mit 4:1. Damit erinnerte er an seinen Coup aus dem Jahr 2008, als er kurz nach seiner Einbürgerung als Oberliga-Akteur bei den Deutschen Jörg Rosskopf und Timo Boll bezwang und erst im Endspiel an Torben Wosik scheiterte.

Wesentlich undramatischer verlief das Geschehen bei den Damen. Die Vorjahressiegerin und haushohe Titelfavoritin Nadine Bollmeier (TUSEM Essen) spazierte nahezu unbehelligt durch das Turnier und gab erst im Finale beim 4:1-Erfolg gegen Katharina Michailova (TTC Bad Driburg) den ersten Satz ab.

Viel Lob und Anerkennung erntete wieder die Turnier-Crew um ETV-Abteilungsleiter Martin Häusler. Cafeteria, Infostände und die Betreuung der vielen Gäste waren top, so dass von den WTTV-Oberen vorsichtig eine Wiederholung in 2019 angedeutet wurde.

Quelle: RP
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