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Schwimmen
Titelkämpfe mit olympischem Flair

Erkelenzer Land. Schwimmen: Abordnung aus dem Erkelenzer Land nahm an den Europameisterschaften der Masters im Olympiabad von London teil.

Reisestrapazen, Warteschlangen, lange Wettkampftage: Erschöpft, aber zufrieden kehrten die sieben Teilnehmer der SG Erkelenz-Hückelhoven von der 15. Europameisterschaft der Masters aus London zurück. Es war eine EM der Superlative im Olympiabad von 2012: Fast 10.000 Teilnehmer machten aus dem Wettkampf eine Massenveranstaltung.

Und so war für die Teilnehmer das Wichtigste neben dem Schwimmen Geduld. Um diese Menge an Starts in fünf Tagen bewältigen zu können, wurden das Einschwimmen und die Wettkämpfe sehr stark reguliert. "Immer mussten wir irgendwo darauf warten, dass wir in die Halle durften, dass wir uns einschwimmen durften, oder dass man in den Callroom durfte", erklärte die Crew unisono. Dies führte zu langen Wettkampftagen von bis zu 14 Stunden und schweren Beinen. Nach anfänglichem Organisationschaos wurde es jeden Tag etwas besser.

Die Masters aus dem Erkelenzer Land schwammen schließlich in einem Becken, in dem erst vor ein paar Jahren die "Crème de la Crème" des Schwimmsports um Olympisches Gold an den Start ging. Bedingt durch gewisse Schwierigkeiten bei der Anreise musste die Mannschaft immer wieder um Teammitglieder bangen: Auto auf halber Strecke defekt, Strandung erst in Oostende dann in Brüssel wegen Bahnstreiks, Weiterfahrt am nächsten Morgen, mit den Koffern ins Bad und ab zum Start. Das die Kurzfassung der holprigen Reise ins Land des Linksverkehrs von Susanne Eser. Sie schlug sich dann aber meisterlich durch die Warteschlangen, schaffte es rechtzeitig zum Start und freute sich über die 48,87 Sekunden über 50 Meter Brust in der AK 45.

Auch für Gertrud Hopfenbach (AK 70) startet die EM etwas später als geplant. Sie hatte sich gut auf die Freistilstrecke vorbereitet und schlug als 16. in der Zeit 51,63 Sekunden an. Paul Merchlewitz fuhr einen Großteil der Strecke nach London mit dem Rad, um auch sein Triathlontraining nicht zu vernachlässigen. Sein erster Start über 800 Meter Freistil war in 13:38,55 Minuten und Platz 33 erfolgreich. Bei den folgenden "Sprintstrecken" für einen Triathleten, 200 (3:03,96) und 400 (6:31,13) Meter Freistil steigerte er sich noch und landete auf den Plätzen 36 und 24. Rolf Peltzer gewann den internen Kampf über 200 Meter Freistil in der AK 60 mit sechs Zehntelsekunden Vorsprung vor Merchlewitz. Seine neue Bestzeit von 3:03,31 Minuten war ein Grund zum Feiern. Über die 100 Meter Freistil in 1:20,69 Minuten bestätigte er seine gute Zeit von den Dutch Open Masters in Eindhoven. Die 50 Meter Freistil beendete Peltzer in 34,63 Sekunden mit Platz 50.

Grund zur Freude gab es auch bei Melanie Lange. Sie schwamm in der AK 30 und genoss zusammen mit Ute Holt den Start über 800 Meter Freistil im Olympiabecken. Beide schwammen mit 12:10,49 (38.) und 11:48,71 Minuten (33.) Jahresbestzeiten. Melanie Lange startete noch über die 200 und 400 Meter Freistil und absolvierte damit die meisten Meter. Ute Holt wurde über ihre Paradedisziplin 100 Meter Brust in 1:23,86 Minuten Neunte in der AK 40 und schlug über die 200 Meter Brust als Zwölfte an. Ruth Langebartels (AK 50) machte es kurz und knackig: Anreise zur 4x50 Meter Mixed-Staffel mit Holt, Paul und Peltzer und am folgenden Tag eine Top-Zeit über die 50 Meter Schmetterling in 38,4 Sekunden Platz 56. Über 50 Meter Freistil schwamm sie in 33,56 Sekunden zum Ziel und erreichte damit Platz 40 ihrer Altersklasse.

Ein gemeinsamer Abend in Covent Garden mit Musik und einem guten Essen bildete den krönenden Abschluss. Trotz der Strapazen dieser Europameisterschaft liebäugeln einige der Masters schon mit den kommenden Weltmeisterschaften im nächsten Jahr in Ungarn und mit der EM 2018 in Slowenien.

Quelle: RP
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