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Aus Den Vereinen
Treffsichere Klötzchenwerfer

Aus Den Vereinen: Treffsichere Klötzchenwerfer
Getroffen: Lokalmatador Wolfgang Bosau ist amtierender Mannschaftsweltmeister im Kubb. Bei den offenen Erkelenzer Stadtmeisterschaften zeigte er der Konkurrenz mit einem Treffer, wie es gemacht wird. Moderiert wurde die Veranstaltung von Thomas Funk am Mikrofon (hinten Mitte). FOTO: NIPKO
Erkelenz. Kubb: Zum vierten Mal richtete der BSV Kubb Erkelenz die offenen Stadtmeisterschaften im Winkingerschach aus. Von Natalie Urbig

Es ist ein kühler, windiger Vormittag. Doch im Hetzerather Pappelstadion lassen sich die Kubber davon nicht abschrecken: Auf 15 Spielfeldern zielen sie mit runden Holzstäben auf eckige Holzklötze - zunächst noch zum Aufwärmen.

Thomas Funk vom BSV Kubb Erkelenz wirft einen Blick auf die Uhr: In zehn Minuten soll es losgehen. 29 Mannschaften haben sich zur vierten offenen Kubb-Mött-Stadtmeisterschaft angemeldet, darunter sind zum ersten Mal auch internationale Gäste aus Belgien und den Niederlanden. Eine lange Anreise haben auch die Spieler aus Mainz, dem Münsterland oder Jena hinter sich.

Vor dem Startpfiff werden noch einmal die Regeln erklärt und zur Veranschaulichung auf einem der Spielfelder demonstriert. Vereinfacht gesagt geht es darum, die Klötze des Gegners abzuwerfen und dann auf den König zu zielen. "Der ist wie die schwarze acht beim Billard", erklärt Funk, "er muss als Letztes umgeworfen werden, trifft man ihn zu früh, hat die Mannschaft verloren." Kubb oder auch Wikingerschach ist eine wachsende Randsportart, die vor drei Jahren auch in Erkelenz Einzug gehalten hat. Damals gründete sich der BSV Kubb Erkelenz, der nun zum vierten Mal zur Stadtmeisterschaft einlud.

Auf dem Hetzerather Sportplatz treffen Freizeit-Kubb-Spieler auf professionelle Gegner. Spontan hat sich so das Team "Vorwärts Hammerschorsch" dazu entschieden teilzunehmen. Viel Erfahrung haben die drei Spieler nicht. "Wir sind nachher gegen die ,King Killers' dran", sagt Roland Bünten, "da sind wir auf jeden Fall der Underdog." Denn für die "King Killers" geht niemand geringeres als Weltmeister Wolfgang Bosau an den Start. Sein Tipp? "Es ist alles eine Frage der Übung", sagt Bosau. Am Ende reicht es für ihn dieses Mal nur zu Platz neun, ist damit hinter den "Steilen Sieben" (5.) aus Hückelhoven, "Lucky Strike" (7.) aus Erkelenz und Ü12 aus Ratheim viertbestes heimisches Team.

Die Stimmung auf dem Turnier ist ungezwungen und locker. Einen Schiedsrichter gibt es nicht, die Mannschaften müssen sich untereinander einigen. Während die "King Killers" noch gegen "Hemelrijk", einer Gruppe mit Spielern aus den Niederlanden und aus Norddeutschland, auf die letzten Klötzchen werfen, wird am Nebenfeld schon gejubelt, die Gruppe "Top Ass" hat den König gestürzt. Schon seit zehn Jahren kennt Mannschaftsmitglied Leo das Holzwurfspiel durch schwedische Bekannte. Professionell spielen er und seine Freunde aus Düsseldorf es aber nicht und so bleibt das Kubb-Mött- Turnier der einzig feste Kubb-Termin in ihrem Kalender.

Anders sieht es da bei "Een handvol Kubbmaten" aus Belgien aus. Sie waren schon auf mehreren Turnieren. In Deutschland ist es allerdings ihr erstes. "Wir trainieren nicht viel, das ist ja das Problem", sagt Teammitglied Pascal scherzhaft, setzt an zum Wurf und trifft. Kubb spielen beschreibt er als eine Mischung aus Boccia, Bowling und Schach.

Zum ersten Mal fand am Vorabend in Verbindung mit dem Kubb- Mött-Turnier eine Mölkky-Meisterschaft statt: "Im kleineren, familiäreren Rahmen", wie Turnierorganisator Funk erklärt. Auch hier wird mit Holz auf Holz geworfen. Bei Mölkky sind es statt der kleinen Klötzchen verschiedene Kegel mit den Nummern von eins bis zwölf. Gewonnen hat die Mannschaft, die genau 50 Punkte erreicht.

Quelle: RP
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