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Unbeeindruckt von schwerem Sturz

Radsport: Unbeeindruckt von schwerem Sturz
Auf dem Weg zur Mountainbike-WM: Daniel Lambertz aus Erkelenz beim letzten Vorbereitungswettkampf am Ettelsberg in Willingen. FOTO: MAREN SCHINK
Erkelenz. Radsport: Beinahe wäre das Abenteuer Mountainbike-Weltmeisterschaft für Daniel Lambertz beendet gewesen, ehe es richtig begonnen hat. Bei einem Vorbereitungswettkampf kollidierte der Erkelenzer mit einem Zuschauer und stürzte. Von Hendrike Gierth

Daniel Lambertz hat ein großes Ziel: Am Pfingstwochenende will der Erkelenzer bei der 24 Stunden Mountainbike-Weltmeisterschaft im italienischen Finale Ligure starten. Letzte Hürde in einer langen Vorbereitung war der Rocky Mountain Bike Marathon in Willingen - und beinahe wäre der WM-Traum ausgeträumt gewesen, ehe er richtig begonnen hat.

In der dritten Runde, kurz nach dem Daniel Lambertz zum zweiten Mal die Spitze des Ettelsbergs erreichte, passierte ein Unglück, das um ein Haar die gesamte Vorbereitung auf den Kopf gestellt hätte. Ein Zuschauer kreuzte die Fahrspur des 34-Jährigen, der nicht mehr reagieren und bei etwa 50 km/h frontal mit dem Rad des Zuschauers zusammenprallte. Glück im Unglück hatten der Zuschauer und auch Lambertz, der wenige Minuten später mit schmerzverzerrtem Gesicht weiterfahren konnte.

Die letzten beiden Berge waren zwar mit geprellten Schultern und gezerrtem Nacken kein Vergnügen mehr, aber Lambertz schleppte sich nach 8:30 Stunden als 74. ins Ziel. "Bis auf den Sturz bin ich mit meiner Leistung zufrieden, denn die Erschöpfung hielt sich trotz der Tortur in Grenzen", sagte Lambertz, "ich bin für die Weltmeisterschaft gerüstet. Denn die Vorbereitung hat gezeigt, dass ich in der Lage bin, das Tempo über 24 Stunden zu halten und könnte damit das anvisierte Ziel - eine Top 50-Platzierung bei der Weltmeisterschaft - schaffen."

Für Daniel Lambertz heißt es nun regenerieren und seine Rückenverletzungen schnell auszukurieren. Bestens unterstützt wird der Heilungsprozess durch Jarmo Neukirch, der kurzfristig Behandlungstermine ermöglicht und damit für Lambertz die Teilnahme an der Mountainbike Weltmeisterschaft weiterhin ermöglicht. "Alles Weitere hängt dann von der Rennsituation und der stets eigenen Dynamik eines 24-Stunden-Rennens ab", sagt Trainer Lukas Naegle.

Gemeinsam mit seinem sechsköpfigen Radsportteam Coffee&Chainrings um Teammanager Ansgar Girsig und Ehefrau Jennifer Lambertz, ist Lambertz bereits auf dem Weg nach Finale Ligure, um sich auf die WM am Freitag, 2. Juni, einzustimmen.

Die Langstrecke des Rocky Mountain Bike Marathon über 130 Kilometer und 4100 Höhenmeter gehört zu den Aushängeschildern europäischer Mountainbike-Marathons. Mit dem Ettelsberg, Hoher Eimberg und dem Langenberg - dem höchsten Berg NRWs - standen drei 800er Berge auf dem Speiseplan der Marathonisti. Der Ettelsberg stellt sich auf der Langstrecke gleich zwei Mal in den Weg der rund 2000 Teilnehmer. Nur wenige Hundert werden am Ende auf der Langstrecke ins Ziel kommen.

Die Langstrecke des renommierten Marathons in Willingen diente als letzter Härtetest, Formcheck und Generalprobe für Lambertz, sein Team und das Material. Von Beginn an schlug Lambertz sein 24-Stunden-Tempo ein und hielt das Tempo über mehrere Stunden konstant hoch. Nicht die Platzierung stand im Vordergrund, sondern eine möglichst konstante Leistung im Bereich kurz unterhalb seiner aeroben Leistungsfähigkeit. Der vom Regen aufgeweichte Boden sorgte für erschwerte Bedingungen auf dem sowieso schon schweren Kurs rund um Willingen. Als Lambertz nach sechs Stunden zum zweiten Mal an seiner Crew vorbeikam und versorgt wurde, war er voll im Soll. Bis der Sturz beinah alle Träume zunichtegemacht hätte.

Quelle: RP
 
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