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Schwimmen
Vom Spätstarter zur DM-Teilnehmerin

Schwimmen: Vom Spätstarter zur DM-Teilnehmerin
Eva Landmesser hat eine beeindruckende Medaillensammlung in ihrem Zimmer hängen. Seit mehr als zehn Jahren schwimmt die Arsbeckerin auf Wettkämpfen - am Sonntag startete sie bei der DM. FOTO: RENATE RESCH
Wegberg. Schwimmen: Die Arsbeckerin Eva Landmesser ging im Berliner Europa-Sportpark mit der Elite über 200 Meter Brust an den Start. Von Hendrike Gierth

Liebe auf den ersten Blick war das Schwimmen für Eva Landmesser nicht, als einzige beendete sie im Kindergartenalter einen Crash-Kursus nicht mit dem Seepferdchen. "Das habe ich dann erst mit sieben Jahren gemacht", erinnert sich die Arsbeckerin. Zwölf Jahre danach ist aus der Spätstarterin eine DM-Teilnehmerin geworden. Gemeinsam mit der Schwimm-Elite Deutschlands stieg sie bei den nationalen Titelkämpfen auf der Kurzbahn ins Becken des Berliner Europa-Sportparks - das erste Mal in ihrer Karriere. "Bisher hat es immer ganz knapp nicht gereicht", erinnert sich die 19-Jährige, "jetzt habe ich dieses große Ziel endlich erreicht."

Dabei waren die Voraussetzungen nicht gerade optimal: Denn mit Beginn ihres Studentenlebens, rückt das Schwimmen etwas in den Hintergrund. Während sie als Schülerin neben den Einheiten in den Abendstunden noch dreimal in der Woche zum Frühtraining ging, schafft Eva Landmesser es "nur" noch vier bis fünf Mal zum Training bei der SG Mönchengladbach, bringt es so "nur" noch auf etwa 20 Kilometer pro Woche im Becken - neben dem Athletiktraining im Fitnessstudio. "Da die Zeit jetzt etwas knapper ist, habe ich meine Konzentration auf die 200 Meter Brust gelegt", erklärt die 19-Jährige, die vor zwei Jahren von ihrem Heimatverein, den Freien Schwimmern Wegberg, nach Mönchengladbach gewechselt ist, "da waren die Möglichkeiten einfach besser."

Und der Wechsel sowie die Konzentration auf ihre Paradedisziplin haben sich gelohnt: Auf 2:39,13 Minuten verbesserte sie ihre Bestzeit über die 200 Meter Brust und qualifizierte sich so für die DM, die erstmals seit sechs Jahren nicht mehr in der Wuppertaler Schwimmoper stattfand, sondern in der Bundeshauptstadt. Am Mittwoch ging es mit zwei Teamkollegen der SG nach Berlin, dann standen für Eva Landmesser noch ein paar Trainingseinheiten auf dem Plan, da ihr Start erst am Sonntagmorgen war. "Und den habe ich wirklich genossen, es hat einfach Spaß gemacht. Das war ein unglaubliches Gefühl, da auf dem Startblock zu stehen - in so einer Atmosphäre", sagt Eva Landmesser. Zumal am Ende mit 2:39,49 Minuten erneut eine gute Zeit zu Buche stand.

Eine ausgezeichnete Zeit legte auch Marco Koch hin: Nur wenige Stunden nach Landmessers Start schwamm der deutsche Vorzeigeathlet über 200 Meter in 2:00,44 Minuten Weltrekord, eine Show, die die Arsbeckerin zu ihrem Leidwesen verpasste: "Da haben wir schon im Auto gesessen und waren auf der Heimreise", sagt die 19-Jährige mit Bedauern. Und zwar aus gutem Grund: Am Montagmorgen stand für Eva Landmesser eine Klausur auf dem Plan, so dass auch in Berlin neben Badeanzügen, Schwimmbrille und Badekappe ihre Bücher mit im Gepäck waren. "Ich bin daran gewöhnt, im Hotel zu lernen", sagt Eva Landmesser, "das hat für das Abitur in den Osterferien auch schon ganz gut geklappt."

Quelle: RP
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