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Tanzsport
Vom Tanzparkett ins Familienglück

Erkelenz. ERKELENZ Tanzen war die erste große Liebe von Silke Tischtau - und das blieb so über 20 Jahre lang. Es war die Blütezeit des Tanzsports im Erkelenzer Land, die ab dem Jahr 1985 so richtig begann. Die Großveranstaltungen mit Galabällen in der Erka-Halle übten für viele eine Faszination aus, die auch Silke Tischtau zur damaligen Tanzschule von Erich Gaspers lockte. Von Klaus Waldschmidt

In den Jahren darauf erreichte Silke "Sille" Tischtau, mit ihrem Tanzen alles, was es zu gewinnen gab. Heute ist Silke verheiratet und seit Ende Juli Mutter von Paul. Das Elternglück mit Marcus Schmidt und dem Baby Paul ist aus ihrer Sicht perfekt. Die Familie lebt mit zwei Hunden im eigenen Haus in Matzerath, also sehr idyllisch auf dem Lande. Ohne Sport kann Silke Tischtau noch immer nicht leben, und das passt auch zu ihrem Mann, der ebenfalls sportlich sehr aktiv ist. Ansonsten ist Marcus Schmidt ein Werbeexperte und Produktmanager. Beide wollen nach der Mutterschutzpause wieder zusammen sportlich unterwegs sein. Dann will Silke Tischtau-Schmidt wieder halbtags in fester Anstellung als Fitnesstrainerin und Kursleiterin arbeiten und außerdem, wenn es zeitlich klappt, als Personaltrainerin tätig sein.

Wegen der Ausbildung als Gymnastiklehrerin hatte Silke nach 1998 mit dem Tanzsport kürzer treten müssen. Aber da war sie bereits Weltmeisterin mit der Latein-Formation von Schwarz-Gelb Aachen, und die TSG Erkelenz hatte Sille wieder zurück in ihren Reihen.

Mit ihrem Tanzpartner Ludwig Pelzer aus Wegberg bei den Junioren Latein hatten sich die zwei Richtigen gefunden. Pelzer half Tischtau bei den Schularbeiten und sie wiederum war die Geduldige bezüglich des Tanzens. Mit der Vize-Landesmeisterschaft 1994 in der Startklasse C-Latein gelang der tänzerische Durchbruch. Im Jahr drauf war es der Landesmeistertitel bei den Junioren B-Latein. Über die TSG Erkelenz rieb sich die Tanzsportszene in NRW die Augen, auch weil fünf weitere Lateinpaare überall bei den Turnieren auf den Sieger-Treppchen landeten.

Die Erkelenzer Latein-Formation war zu dem Zeitpunkt bis in die Oberliga abgestiegen. Mit all den gut ausgebildeten, jungen, erfolgshungrigen Jugendlichen im neuen A-Team und der tollen Funny Horror-Choreografie änderte sich das schlagartig. Es folgte der Wieder-Aufstieg in die Regionalliga West. Mit der Choreografie "Chess" gelang im Jahr drauf der Aufstieg in die Zweite Bundesliga und immer war Silke Tischtau eine der Führungstänzerinnen im A-Team. Wieder ein Jahr später tanzten die Erkelenzer als Bundesligamannschaft ihre erste Deutsche Meisterschaft und landeten direkt im Großen Finale auf Rang fünf - sie waren damit der beste Aufsteiger seit Jahren.

Silke Tischtau wollte mehr - und das ging nur mit Aachen. Es war das Superjahr der Schwarz-Gelben. Mit "Magic" gelang Ende 1996 die Deutsche Meisterschaft in Sindelfingen. Im Frühsommer drauf, in Polen, war Aachen mit Silke Tischtau Europameister und im November reichte es in Litauen dann zum Weltmeistertitel. Das war kurz nach dem Zerfall der Sowjetunion nicht so ganz ohne, denn die Aachener Aktiven wurden bestohlen und sogar im Hotelaufzug tätlich angegriffen. Die Krönung war aber im Jahr 1998 die Verleihung des "Silbernen Lorbeerblattes" des Bundespräsidenten - die höchste Sportauszeichnung Deutschlands.

Mit der Ausbildung als Gymnastiklehrerin war es mit dem Latein-Tanzsport auf Weltniveau nach "Magic" und Aachen vorbei. Zurück im A-Team der TSG Erkelenz, das war auch nicht so ohne, aber in der Heimat. Denn Erkelenz tanzte im Feld der acht Teams der Bundesliga für lateinamerikanische Formationen.

In der Lehre entdeckte Silke Tischtau ihre Liebe zum Hip-Hop. Hierbei war es die Deutsche Meisterschaft 2012 als Choreografin mit der Hip-Hop-Formation ihrer eigenen Tanzschule "La Vida Loca" aus Erkelenz, die sie zehn Jahre lang betrieb und dann abgab. In dieser Zeit gab es viele Fernsehauftritte unter anderem mit dem Sänger "Detlef D! Soest", bis hin zu RTL-Show-Einsätzen auf Mallorca.

Die RP schrieb im Bericht über das Silberne Lorbeerblatt an Silke am 29. Januar 1999: "Fröhlich, unkompliziert, bescheiden und dennoch immer leistungsbereit ist Silke Tischtau. Ihr Motto ist und bleibt: Die Erfolge kommen schon, so man sie wirklich will." Das wird sich auch in der Familie, in der Normalität, sicherlich nicht ändern.

Quelle: RP
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