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Tischtennis
Zwei Lokalmatadoren im Konzert der Großen

Tischtennis: Zwei Lokalmatadoren im Konzert der Großen
Egidio Brigante und Andreas Konzer vertreten bei den Westdeutschen Meisterschaften die Farben des Kreises Heinsberg. FOTO: JÜRGEN LAASER
Erkelenz. Tischtennis: Für Egidio Brigante und Andreas Konzer ist der Start bei den Westdeutschen Meisterschaften in Erkelenz eine Ehrensache. Von Jessica Balleer

Vor etwas mehr als einer Woche erst stieg das entscheidende Spiel in der Cusanushalle: Es ging um die letzte Startkarte, um auf der Bühne der Besten aufschlagen zu dürfen. Bis zum fünften Satz sah es so aus, als könnte sich die Nummer eins des TV Erkelenz im vereinsinternen Duell durchsetzen, doch am Ende hatte nicht Favorit Frank Picken, sondern Mannschaftskollege Egidio Brigante (24) die sicherere Hand, und vielleicht auch die nötige Unbeschwertheit des Außenseiters. Brigante darf somit für seinen TV Erkelenz vor heimischer Kulisse bei den Westdeutschen Meisterschaften, die am Wochenende in der Karl-Fischer-Halle ausgetragen werden, in die Tischtennisbox steigen. "Das ist unglaublich", sagt Brigante zu seiner unverhofften ersten Teilnahme an einem Westdeutschen Kräftemessen im Herrenbereich. Obwohl ihn am Tisch seine selbstbewusste, fast zur Überheblichkeit neigende Spielweise stark macht, hat sich der Verbandsligaspieler ganz realistische Ziele gesetzt: "Vielleicht kann ich am Samstag den ein oder anderen Satz klauen."

Während in Erkelenz noch das Duell um die Wildcard des Gastgebervereins ausgetragen wurde, hatte sich der zweite Lokalmatador, Andreas Konzer (ASV Süchteln), längst qualifiziert. Als Kreis- und Bezirksmeister schlägt der in Rath-Anhoven wohnende Konzer am Wochenende auf. Doch auch er hat sich mit dem Überstehen der Gruppenphase nur ein Minimalziel gesetzt. "Viel trainieren konnte ich leider nicht", sagt der 36-jährige Linkshänder, der die "Heister Sport"-Filiale in Erkelenz leitet. In den vergangenen Monaten musste er den Umzug des Ladengeschäftes innerhalb der Innenstadt organisieren. Eine Ausrede sei das aber nicht. Dafür habe er in den Qualifikationsrunden zuvor zu viel investiert. Seine Motivation dort war nämlich nicht nur der eigene Ehrgeiz. "Ich habe Sponsoren, die meine Teilnahme unterstützen", sagt Konzer. "Mit dem Geld organisiere ich ein kostenloses Tischtennistraining für Kinder aus ärmeren Familien." Andreas Konzer ist A-Lizenz-Trainer und hat beim TV Erkelenz bereits das Systemtraining geleitet. Wöchentlich gibt er auch Anfängerstunden für Grundschüler der Luise-Hensel-Schule. Nun will er seine Kompetenz für Kinder einsetzen, die aus weniger privilegierten Verhältnissen kommen. "Etwa 20 Kinder können an dem Training teilnehmen. Sie sollen ein paar unbeschwerte Stunden verbringen." Sein Versprechen will Konzer zeitnah nach den Westdeutschen einlösen.

Dort aber wartet erst einmal eine starke Konkurrenz auf ihn und Egidio Brigante. Die beiden liegen mit ihren QTTR-Punkten (2070 und 1778), die die Spielstärke von Tischtennisspielern abbilden, zwar im unteren Drittel des Starterfeldes, doch sie kämpfen mit dem Heimvorteil im Rücken. Und sie werden versuchen, die besonderen Momente zu nutzen, die das Tischtennisspiel bietet: Wer in den entscheidenden Augenblicken des Spiels sein mental und körperlich Bestmögliches abrufen kann, hat hier immer eine Chance auf überraschende Erfolge.

Quelle: RP
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