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Wegberg
Sportvereine beklagen Platznot

Wegberg. Sportvereine fordern den Bau einer weiteren Dreifachturnhalle im Wegberger Stadtgebiet. Die Hallenkapazitäten sind viel zu knapp bemessen, meinen die Sportler. Die Verwaltungsfachleute im Rathaus sehen das anders. Der Stadtrat diskutiert am Dienstag über das Thema. Von Michael Heckers

Für Siegfried Wagner ist die Sache sonnenklar: "In Wegberg gibt es mindestens eine Sporthalle zu wenig", sagt der Geschäftsführer des Handballsportvereins (HSV) Wegberg. Der Handballtrainer beklagt sich über die neuen Belegungszeiten in der Dreifachsporthalle an der Maaseiker Straße. Seit dem 1. Februar, als im Schul- und Sportzentrum die neue Mensa eröffnet wurde, steht den Jugendmannschaften des HSV jeweils nur noch eine halbe Stunde Trainingszeit zur Verfügung. Zuvor waren es 60 Minuten. Weil es so nicht mehr weitergehe, stellten der HSV und der Turn- und Sportverein (TuS) Wegberg kurzerhand Anträge: Der Stadtrat soll beschließen, eine weitere Dreifachsporthalle im Stadtgebiet zu bauen.

Mehr Jugendmannschaften

Die Zahl der Jugendmannschaften beim HSV Wegberg stieg in den vergangenen fünf Jahren von sechs auf 13. Rund 200 Kinder und Jugendliche spielen in dem 1974 gegründeten Verein, hinzu kommen 73 Seniorenspieler in drei Mannschaften. "Weil es immer wieder zu Engpässen kommt, müssen Heimspiele verlegt oder in die Hallen befreundeter Vereine verlegt werden", sagt Wagner. Dass im Schulzentrum noch in diesem Jahr eine neue Halle als Ersatz für die marode Turnhalle am Begegnungszentrum an der Beecker Straße gebaut werden soll, helfe nicht weiter. "Diese Halle ist viel zu klein geplant und für unseren Spielbetrieb nicht geeignet", sagt Wagner. Der Handballtrainer kreidet es den Verantwortlichen bei der Stadtverwaltung an, dass die neue Halle, in deren Untergeschoss auch Räume für Vereine vorgesehen sind, nicht größer geplant wurde. "Die Vereine sind bei der Planung überhaupt nicht einbezogen worden", sagt Wagner. Das sei schon deshalb unverständlich, weil der HSV schon 2004 und 2006 signalisiert habe, dass der Verein zusätzlichen Hallenbedarf habe. "Statt zu reagieren, sagt man uns von Seiten der Stadt, dass wir einen Aufnahmestopp machen sollen", sagt Wagner. Das ist auch für seinen Vereinskollegen Willi Holzweiler, der schon seit vielen Jahren junge Leute beim HSV trainiert, nicht zu verstehen. "Wir holen mit unserem Angebot junge Leute von der Straße und bieten ihnen eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung", sagt er. Zugleich diskutiere man im Rathaus über die Notwendigkeit, einen Streetworker einzustellen, der sich um Jugendliche kümmern soll, die nichts mit ihrer Freizeit anzufangen wüssten und auf dumme Gedanken kämen.

Bei der Verwaltung kann man die dringende Notwendigkeit, eine weitere Dreifachturnhalle zu bauen, nicht erkennen. Auch finanziell sei das kaum möglich, "wir werden das jetzt aber alles nochmal prüfen", kündigt Dezernent Rudolf Fabry an. Er verweist mit Blick auf den Hallenbedarf auch auf die deutlich rückläufigen Schülerzahlen in den nächsten Jahren.

Quelle: RP
 
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