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Kreis Heinsberg/Wassenberg
Über das Radfahren im Kreis Heinsberg

Kreis Heinsberg/Wassenberg: Über das Radfahren im Kreis Heinsberg
Das Roßtor haben beim Niederrheinischen Radwandertag besonders viele Radfahrer passiert, da durch Wassenberg besonders viele Radtouren führten. FOTO: Laaser
Kreis Heinsberg/Wassenberg. Touristisch setzt der Kreis Heinsberg immer stärker auf Fahrradfahrer. Teilnehmer am 25. Niederrheinischen Radwandertag äußerten gestern Ideen, was für Zweiradfahrer getan werden könnte, was fehlt und was gut ist. Von Natalie Urbig

Auf dem Roßtorplatz in Wassenberg herrscht Aufbruchsstimmung: Mit einem Klicken schließen die letzten Fahrradhelme, Rucksäcke werden aufgeschnallt - schnell wandert der Blick noch einmal auf die Karte, ehe sie in der Jackentasche verstaut wird. Dann gibt Bürgermeister Manfred Winkens das Startsignal und die ersten Fahrradfahrer rollen in Wassenberg durch das Roßtor: Der 25. Niederrheinische Radwandertag ist eröffnet.

Auch an anderen Startpunkten in der Rhein-Maas-Region machen sich Radfahrer auf den Weg durch Wald- und Heidelandschaften, vorbei an Wasserschlössern, Mühlen und historischen Ortskernen. Im Kreis Heinsberg beteiligen sich alle zehn Kommunen mit einem eigenen Programm an den jeweiligen Start- und Zielpunkten.

Im Gegensatz zum Vorjahr ist das Wetter zur Startzeit für die Radfahrer optimal: Bereits eine halbe Stunde nach dem offiziellen Beginn sind 80 Teilnehmer von Wassenberg aus gestartet. Dennoch, die Sorge vor der Unbeständigkeit des Wetters bleibt und spiegelt sich in der Planung der Besucher wieder. So haben sich Gertie und Bernd Halcour in diesem Jahr für eine kürzere Strecke entschieden. Seit gut 20 Jahren nehmen sie am Radwandertag teil, mittlerweile auf E-Bikes. Immer größer und professioneller sei der Radwandertag in den vergangenen Jahren geworden, sagt Georg Pickartz, ein langjähriger Teilnehmer und passionierter Fahrradfahrer. Für die Möglichkeiten, die Radfahrer im Kreis Heinsberg haben, hat er nur lobende Worte. Besonders gut findet er das Knotenpunktsystem: "Man kann sich die Routen zusammenstellen und sie variieren."

Auch Hannelore Hoenen aus Tönisvorst kennt die Besonderheiten dieses Systems und ist begeistert. Während sie es von anderen Radwandertagen gewohnt ist, weißen Pfeilen auf dem Asphalt zu folgen, wird dieses Verfahren durch das Knotenpunktsystem im Kreis Heinsberg und in den Niederlanden überflüssig. Auch Helmi Preis ist mit den Radwegen in der Region zufrieden: "Wir sind hier gut aufgestellt", sagt die stellvertretende Vorsitzende des Verkehrs- und Verschönerungsvereins Wegberg.

In den vergangenen Jahren wurde im Kreis Heinsberg viel für die Fahrradfahrer getan, und noch einiges ist geplant. Das wissen die Besucher des Niederrheinischen Radwandertages zu schätzen. Erst vor knapp zwei Wochen wurde nach rund anderthalb Jahren Vorbereitungszeit während einer außerordentlichen Mitgliederversammlung des Heinsberger Tourist Service (HTS) das neue Tourismuskonzept für den Kreis Heinsberg vorgestellt, das das Fahrradfahren als einen Schwerpunkt beinhaltet. Und eine weitere Woche ist es her, da wurde die geplante E-Bike-Route für den Kreis Heinsberg präsentiert. Die Teilnehmer am Radwandertag haben, darauf angesprochen, aber auch Vorschläge, wie das Fahrradfahren im Kreis Heinsberg noch weiter nach vorne gebracht werden kann.

Verbesserungsbedarf sehen einige bei der Ausschilderung, etwa um auf Feldwege hinzuweisen mit denen vielbefahrene Straßen umgangen werden können. Auch seien einige asphaltierte Radwege verbesserungswürdig. Hier werden die glatten und ebenen Strecken der niederländischen Nachbarn als Vorbild genannt, so auch von Josef Borgans, der gerade seine Stempelkarte ausfüllt. Er ist mit dem Rad oft in den Niederlanden und Belgien unterwegs und schätzt dort die betonierten Wege, die selbst wuchernden Baumwurzeln standhalten: "Es ist mir unerklärlich, warum das hier nicht gemacht wird." Silke Uckermack läuft mit ihrem Mann und zehnjährigen Sohn gerade in Wassenberg ein. Seit vielen Jahren nimmt sie begeistert an dem Radwandertag teil und erkundet dabei immer andere Strecken. Teilweise wünscht sie sich breitere Radwege: "Wenn man zum Beispiel von Wildenrath nach Wassenberg fährt, ist der Weg so schmal, da kommen zwei Mann nicht aneinander vorbei." Eine weitere Idee haben Josephine und Peter Küsters aus dem Selfkant: "Für kleinere Notfälle unterwegs wäre ein ausgeschilderter Pannenservice hilfreich." Guido Bernhardt ist durchweg zufrieden mit den Radfahrmöglichkeiten im Kreis Heinsberg. Sein Wunsch für die Zukunft? "Immer Rückenwind."

Quelle: RP
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