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Kreis Heinsberg
Umgehungspläne nehmen "große Hürde"

Kreis Heinsberg: Umgehungspläne nehmen "große Hürde"
Die Baaler Bürgerinitiative "Anbindung Industriegebiet" hat im Januar vergangenen Jahres Plakate fertigen lassen, die FOTO: Laaser, Jürgen (jl)
Kreis Heinsberg. Das Verkehrsministerium in Berlin stellte den Entwurf zum Bundesverkehrswegeplan bis 2030 vor. Darin aufgeführt sind Ortsumgehungen für Baal und Scherpenseel. Eine erste große Hürde sei geschafft, so die Bundestagsabgeordneten. Von Michael Heckers und Andreas Speen

Gute Nachrichten aus Berlin hatten die Bundestagsabgeordneten aus dem Kreis Heinsberg gestern für ihre Heimat. Die vom Landesbetrieb Straßen NRW angemeldeten vier Projekte - in Geilenkirchen, Heinsberg, Hückelhoven und Übach-Palenberg - sind alle in den Referentenentwurf des Bundesverkehrswegeplans aufgenommen worden, der - wenn er beraten und verabschiedet worden ist - die Investitionen umfasst, die der Bund bis zum Jahr 2030 für Bundesstraßen, Bundesautobahnen, Schiene und Bundeswasserstraßen tätigen wird. Als ein Projekt wurde die Ortsumgehung in Baal in den Verkehrswegeplan aufgenommen, teilten Wilfried Oellers (CDU) und Norbert Spinrath (SPD) aus dem gestern bekanntgemachten Referentenentwurf mit. Die Straße sei mit vordringlichem Bedarf eingestuft worden, somit könne der Bau bis 2030 begonnen werden, so der Bundesverkehrswegeplan in diesem Punkt unverändert beschlossen werde, hieß es aus den Berliner Abgeordnetenbüros.

Glücklich über die Botschaft aus Berlin ist Hückelhovens Bürgermeister Bernd Jansen: "Die Ortsumgehung von Baal wurde im Entwurf als vordringlicher Bedarf eingestuft. Das ist die wichtigste Kategorie des Verkehrswegeplans. Damit dürfte vor allem für den viel befahrenen Baaler Berg tatsächlich bald Entlastung in Sicht sein." Hückelhovens Bürgermeister hatte in mehreren Gesprächen mit dem zuständigen Staatssekretär Enak Ferlemann immer wieder auf das Problem hingewiesen. Die Kosten für das wichtigste Teilstück der Ortsumgehung Baal wurden laut Jansen bisher auf insgesamt sechs bis sieben Millionen Euro beziffert. "Der Eigenanteil der Stadt Hückelhoven beträgt rund 30 Prozent", erklärte Jansen. "Wir tun jetzt alles, damit wir mit der Ortsumgehung zügig vorankommen." Jansens ausdrücklicher Dank gilt seinem Parteifreund Wilfried Oellers, der sich als CDU-Bundestagsabgeordneter aus dem Kreis Heinsberg in Berlin entschieden für den Bau der Ortsumgehung Baal eingesetzt habe.

Dass Baal zu einem wichtigen Logistikzentrum gewachsen ist, ist nach Erkenntnissen von Norbert Spinrath (SPD) im Bundesverkehrsministerium für die Entscheidung wichtig gewesen, für den 3800-Einwohner-Ort eine Umgehungsstraße in den Entwurf des Verkehrswegeplans aufzunehmen: "Diese Straße würde diese Menschen entlasten, und sie wäre für das Logistikzentrum von besonderer Bedeutung." Dort, wie bei den anderen Plänen für den Kreis Heinsberg, gelte es jetzt, "eine Linienführung zu finden, welche die Bürger entlastet, ohne andere zu belasten." Außerdem gelte es nun, in Berlin für dieses und die anderen Projekte in der Heimat zu werben: "Es liegen etwa 1000 Anträge auf Ortsumfahrungen vor, aber nur rund zehn Prozent können berücksichtigt werden. Bisher haben wir erst einen Entwurf, und für den müssen wir jetzt kämpfen." Wahrscheinlich könne der Verkehrswegeplan im Herbst beschlossen werden.

Auch "das Projekt einer B 221 als Ortsumfahrung Scherpenseel zwischen Geilenkirchen und der Grenze zu den Niederlanden wurde in die Kategorie vordringlicher Bedarf eingestuft", berichtete Spinrath. Und er betonte: "Das ist eine gute Nachricht: Die Landstraße 42, bisherige Verbindung von der niederländischen Grenze bei Landgraaf zur B 221-Umgehungsstraße Geilenkirchen soll zur Bundesstraße hochgestuft und als B 221n mit neuer Linienführung als Ortsumfahrung von Scherpenseel gebaut werden. Die hohe Priorisierung des Projektes im Bundesverkehrswegeplan 2030 ist ein wichtiges Signal für die Funktionsfähigkeit der Infrastruktur in unserer Region. Ich möchte allen danken, die sich mit mir dafür eingesetzt haben, dass es nun vorangeht."

Im neuen Bundesverkehrswegeplan wird außerdem der lange angestrebte Bau der Ortsumgehung in Heinsberg-Unterbruch im vordringlichen Bedarf erhalten bleiben. "Ich bin froh, dass der Bund am Lückenschluss der B 221 festhält. Nachdem die Ortsumgehung Wassenberg endlich im Bau ist, kann mit den Planungen des letzten Teilstücks fortgefahren werden", sagte Oellers.

Abhilfe bei der hohen Verkehrsbelastung möchte der Bund ferner auf dem schon vorhandenen Teilstück der B 221 zwischen Geilenkirchen-Niederheid und der neu geplanten Auffahrt auf die A 46 beziehungsweise der neuen B 56n schaffen, berichtete Oellers aus Berlin: Für 18,8 Millionen Euro sei hier ein vierspuriger Ausbau sowie beidseitige Auf- und Abfahrten für die Orte Geilenkirchen-Tripsrath, Straeten, und Uetterath geplant. "Hierdurch wird das Unfallrisiko minimiert und die Staugefahr verringert."

Fest beschlossen ist mit der Aufnahme in den Referentenentwurf des Bundesverkehrswegeplans 2030 keines der vier Vorhaben, betonten sowohl Oellers als auch Spinrath. Jedoch schätzte Oellers ein: "Die Projekte haben mit der ersten Bewertung des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur schon eine sehr große Hürde genommen. Die Bewertung vordringlicher Bedarf heißt, dass die Projekte nach fachlicher Bewertung verkehrspolitisch sehr wichtig sind." Und für Spinrath ist "der Verkehrswegeplan eines der wichtigsten verkehrspolitischen Projekte der Wahlperiode. Mit ihm werden für die nächsten 15 Jahre die entscheidenden Weichen für die bundesweite Verkehrsinfrastruktur gestellt. Projekte, die in dem Plan als vordringlicher Bedarf eingestuft sind, haben eine sehr hohe Wahrscheinlichkeit bis 2030 realisiert zu werden."

Quelle: RP
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