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Erkelenz
Unternehmer setzen Zeichen in der Flüchtlingsintegration

Erkelenz. Wirtschaft im IHK-Bezirk Aachen stellt 500.000 Euro für die Integration von Flüchtlingen bereit.

Die Wirtschaft im Bezirk der Industrie- und Handelskammer Aachen stellt in den nächsten fünf Jahren insgesamt 500.000 Euro für ein verstärktes Beratungsangebot zur beruflichen Integration von jungen Flüchtlingen bereit. Das haben die Mitglieder der IHK-Vollversammlung in ihrer jüngsten Sitzung beschlossen.

Die Unternehmen von Erkelenz bis Euskirchen beschäftigen IHK-Schätzungen zufolge bislang etwa 40 geflüchtete junge Menschen als Auszubildende, weitere bieten zudem vorbereitende Praktika an. "Trotz bürokratischer Hürden sind die kleinen und mittelständischen Betriebe bereit, einen großen Beitrag zur Integration zu leisten und kommen ihrer gesellschaftlichen Verantwortung nach", sagte IHK-Präsident Bert Wirtz laut einer Pressemitteilung auf der IHK-Vollversammlung und fügte auffordernd hinzu: "Die Bereitschaft darf allerdings noch wachsen."

Im gesamten Kammerbezirk leben nach IHK-Schätzung rund 9000 geflüchtete Menschen unter 27 Jahren, die eine berufliche Perspektive suchen: In der Städteregion Aachen sind es etwa 3800, im Kreis Düren 1900, im Kreis Euskirchen 1500 und im Kreis Heinsberg 1700. Der Großteil von ihnen gilt laut Industrie- und Handelskammer Aachen derzeit noch nicht als ausbildungsreif, so dass entsprechende Qualifizierungsmaßnahmen notwendig seien. Das neue Bundesintegrationsgesetz biete den Unternehmen unterdessen die nötige Rechts- und Planungssicherheit: Durch die "3+2-Regel" können Flüchtlinge ihre Ausbildung unabhängig vom Ausgang des Asylverfahrens abschließen und weitere zwei Jahre in Deutschland bleiben.

Die IHK Aachen hatte im vergangenen Jahr ein Beratungsangebot für das Thema geschaffen. IHK-Koordinatorin Kerstin Faßbender vermittelt zwischen geflüchteten jungen Menschen und Unternehmen, beantwortet Fragen zur dualen Berufsausbildung oder unterstützt bei der Suche nach Fachberatungsstellen im Kammerbezirk.

Weitere Informationen für Unternehmen, die gerne Flüchtlinge aufnehmen würden, und Flüchtlinge oder deren Betreuer gibt es unter der Telefonnummer 0241 4460208 oder per E-Mail an kerstin.fassbender@aachen.ihk.de sowie im Internet unter www.aachen.ihk.de/fluechtlinge.

Quelle: RP
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