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Erkelenz
Untersuchungsergebnisse zu Tihange selbst überprüfen

Erkelenz. Die CDU-Bundestagsabgeordneten aus dem Aachener Bezirk - Helmut Brandt, Rudolf Henke, Wilfried Oellers, Thomas Rachel und Detlef Seif - fordern Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) auf, aktuelle belgische Untersuchungsergebnisse zu den maroden belgischen Atomreaktoren Tihange II und Doel III von deutschen Sicherheitsexperten überprüfen zu lassen. Sie haben sich dazu in einem Brief an die Ministerin gewandt.

Laut den fünf Abgeordneten haben neueste Ultraschalluntersuchung angeblich keine Veränderungen seit der letzten Messung ergeben. Dies soll aus Sicht der belgischen Atomaufsicht belegen, schreiben die CDU-Politiker an Hendricks, dass es sich um produktionsbedingte Wasserstoffflocken handelt und nicht um nachträglich entstandene Risse. Die Bundestagsabgeordneten erwarten, dass die Bundesumweltministerin diesen Punkt ganz oben auf die Agenda der deutsch-belgischen Nuklearkommission setzen wird, die in zwei Wochen tagt, denn: "Bei den beiden Anlagen Tihange und Doel handelt es sich, wie Sie wissen, um grenznahe Kernkraftwerke. Ein Super-GAU hätte nach einer wissenschaftlichen Studie der Universität für Bodenkultur Wien aus dem Jahr 2011 bei ungünstiger Wetterlage schwerwiegende Auswirkungen auf die umliegenden deutschen Kommunen. Als Bundestagsabgeordnete der betroffenen Regionen Aachen, Düren, Heinsberg und Euskirchen ist uns daher im Interesse der dort lebenden Bewohner sehr daran gelegen, dass deutsche Reaktorsicherheitsexperten die von der FANC (belgische Atomaufsichtsbehörde, Anm. d.Red.) veröffentlichten aktuellen Untersuchungsergebnisse umgehend eigenständig prüfen."

Über diese Forderung hinausgehend rufen die Bundestagsabgeordneten, darunter Wilfried Oellers aus dem Kreis Heinsberg, dazu auf, sich am 25. Juni an der geplanten Menschenkette von Tihange nach Aachen zu beteiligen. Sie jedenfalls wollen das tun. Die überparteilich organisierte Menschenkette sei ein wichtiges politisches Signal an die Verantwortlichen. "Wie alle Menschen, machen wir uns große Sorgen um die Betriebssicherheit von Tihange II und Doel III", erklärten die Abgeordneten schriftlich.

Seit mehreren Jahren warnen deutsche Politiker aller Fraktionen aus der Region vor den maroden Atomkraftwerken und fordern deren Abschaltung. Die hiesigen Landkreise bereiten wie berichtet aus dieser Sorge heraus für interessierte Bürger eine vorbeugende Ausgabe von Jodtabletten noch für dieses Jahr vor.

(spe)
 
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