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Kreis Heinsberg
VHS-Beratung zu ausländischen Abschlüssen

Kreis Heinsberg. Die Kreis-Volkshochschule berät ab heute Migranten über die Anerkennung ihrer mitgebrachten Qualifikationen.

Ab heute ist die Anton-Heinen-Volkshochschule des Kreises Heinsberg Fachberatungsstelle zur Anerkennung im Ausland erworbener Berufsabschlüsse. Damit fügt die kommunale Weiterbildungseinrichtung ihren drei Beratungsfeldern - Bildungsscheck, Bildungsprämie und Beratung zur beruflichen Entwicklung - ein weiteres Feld hinzu. Denn, so erklärte Dezernent Franz-Josef Dahlmanns: "Töpfern war gestern. Die VHS legt ihr Schwergewicht auf berufsbezogene Weiterbildung."

Die maximal neunstündigen kostenlosen Fachberatungen zu ausländischen Berufsabschlüssen führt VHS-Fachbereichsleiterin Sigrid Görtz durch. Im Weiterbildungsjahr 2015/'16 fielen in ihr Ressort schon 202 Beratungen zum Bildungsscheck, 21 zur beruflichen Entwicklung und 54 Prämiengutscheine. Die neue Fachberatung könne von Geflüchteten unabhängig vom Status ihres Asylverfahrens in Anspruch genommen werden, sagte Görtz und nannte wichtige Bedingungen: "Ohne Deutschkenntnisse geht das nicht. Und es müssen beglaubigte Dokumente vorliegen." Schließlich ist das Antragsverfahren selbst doch nicht ganz kostenfrei. Rund 400 Euro laufen an Gebühren, zum Beispiel bei der Bezirksregierung, auf.

Die VHS kümmere sich auch um Fachberatung, weil sie den gesamten Kreis abdeckt und pro Jahr mehr als 24.000 Menschen erreicht, erläuterte Dahlmanns. Das entspreche zehn Prozent der Gesamtbevölkerung und etwa zwölf Prozent der Erwachsenen.

Die neue Fachberatung informiert Menschen mit Migrationshintergrund über gesetzliche Rahmenbedingungen und Handlungsmöglichkeiten, den Ablauf des Verfahrens zur Anerkennung eines Abschlusses und mögliche Anpassungs-Qualifizierungen. Schließlich haben Bewerber ohne Anerkennung ihrer Qualifikationen schlechte Karten auf dem Arbeitsmarkt und werden auch nicht angemessen bezahlt. Es besteht eine enge Zusammenarbeit mit den zuständigen Jobcentern und Arbeitsagenturen. "Wir leisten aber keine Rechtsberatung und keine Arbeitsvermittlung", stellte der VHS-Leiter heraus. Ziel ist, Menschen bei ihrer beruflichen Entwicklung zu unterstützen.

(gala)
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