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Kreis Heinsberg/Gangelt
ViaNobis-Netzwerk wächst weiter

Kreis Heinsberg/Gangelt: ViaNobis-Netzwerk wächst weiter
Vor der ViaNobis-Verwaltung an der Gangelter Bruchstraße erläutert Geschäftsführer Martin Minten die vielfältigen Angebote des Trägers. FOTO: Hahn
Kreis Heinsberg/Gangelt. Die Gangelter Einrichtungen haben seit einem Jahr als "Katharina Kasper ViaNobis GmbH" eine neue Struktur. Gangelt bleibt die Zentrale. Angebote für Behinderte, Jugendliche, Senioren und psychisch Kranke werden immer vielfältiger. Von Angelika Hahn

Die Bürger im Kreis Heinsberg werden wohl nach wie vor über die "Gangelter Einrichtungen" sprechen, wenn von dem traditionsreichen Träger der Behinderten-, Jugend-, Altenhilfe und des Psychiatrischen Krankenhauses die Rede ist. Der nennt sich nach einer Neustrukturierung seit einem Jahr "Katharina Kasper ViaNobis GmbH", kurz ViaNobis. Die Zentrale des Netzes der ViaNobis-Einrichtungen und -Angebote an rund 20 Standorten am linken Niederrhein und Düsseldorf ist weiterhin an der Gangelter Bruchstraße.

Seit einem Jahr ist Wirtschaftsmathematiker Martin Minten (47) aus Nettetal-Lobberich als Geschäftsführer "Herr" über die insgesamt rund 1500 ViaNobis-Mitarbeiter(innen) - 1200 sind es im Kreisgebiet - aus über 40 Berufsgruppen. Minten bringt rund 20 Jahre Erfahrung in leitenden Verwaltungsfunktionen an Kliniken unter anderem in Jülich, Dinslaken und Berlin mit. "Die Jugend- und Eingliederungshilfe war für mich hier eine neue Herausforderung", sagt er zum weiten Einsatzfeld des Trägers. Die Vielfalt reizte ihn. Ein wichtiges Ziel Mintens ist es, "das Gruppendenken unter den Mitarbeitern zu verstärken".

"2014 war ein erfolgreiches Jahr", resümiert der Verwaltungschef. In fast allen Bereichen baue die ViaNobis ihr Leistungsangebot aus. Für die Klinik in Gangelt mit derzeit 183 Betten sind 15 weitere stationäre Plätze beantragt, zehn für die Tageskliniken (Heinsberg, Erkelenz, Gangelt).

Weitere dezentrale Wohnstätten von überschaubarer Größe für viele der noch 250 im Gangelter "Mutterhaus" lebende Behinderte strebt die ViaNobis im Bereich der Eingliederungshilfe von Menschen mit geistiger, psychischer und mehrfacher Behinderung an. Im Nordkreis sind neue Wohnstätten mit 24 Plätzen in Hückelhoven und Wegberg geplant. "Auch in Übach-Palenberg und Geilenkirchen sind wir auf der Suche", sagt Minten. Bis zu 15 Millionen Euro will die GmbH bis 2020 für zeitgemäßes Wohnen von Menschen mit Behinderung investieren.

239 Kinder und Jugendliche mit sozial schwierigem Hintergrund begleitet die ViaNobis-Jugendhilfe derzeit am Hauptstandort Schloss Dilborn in Brüggen und in 14 dezentralen Wohnhäusern (sechs bis acht Bewohner), darunter vier Standorten im Kreis Heinsberg (u.a. Hückelhoven). Auch das ambulante Angebot wächst. Im Kreis Viersen ist die ViaNobis zudem im schulischen offenen Ganztagsbereich aktiv. Kindergartenträger ist die GmbH in Gangelt, Lobberich und Wesseling.

Der Herausforderung, dass immer mehr behinderte Menschen im Alter spezielle Betreuung brauchen, so Minten, stelle sich die ViaNobis in ihren beiden Alten-Einrichtungen in Gangelt (mit 60 Plätzen) und Mönchengladbach-Hehn. Der Träger, der in Gangelt auch häusliche Pflege anbietet, engagiert sich daher seit drei Jahren auch in der Altenpflegeausbildung (100 Plätze). Vorbereitet wird die Fusion mit dem Anbieter maxQ in Hückelhoven. Ziel ist es, ab Sommer rund 300 Ausbildungsplätze für angehende Altenpflegekräfte anzubieten.

Drei weitere Projekte für die nähere Zukunft hob Minten hervor. Intensiviert werden soll das Engagement für die berufliche Eingliederung Behinderter, unter anderem in Integrationsbetrieben. Die Gaststätte am Bahnhof der Selfkantbahn in Schierwaldenrath wurde gerade als Inklusionsbetrieb von ViaNobis gepachtet.

Die Jugendhilfe reagiert auf die zunehmende Zahl von unbegleiteten Flüchtlingskindern aus Kriegsgebieten mit speziellen Betreuungsangeboten. Ebenfalls einem wachsenden Bedarf geschuldet ist der Plan, außerhalb Gangelts im Kreis Heinsberg ein ambulantes gerontopsychiatrisches Zentrum für Diagnostik, Therapie und tagesklinische Betreuung zu eröffnen.

Quelle: RP
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