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Kreis Heinsberg
Wenn Flüchtlinge in der Fremde ein Kind erwarten

Kreis Heinsberg: Wenn Flüchtlinge in der Fremde ein Kind erwarten
Die mobilen Beraterinnen (v.l.): Dagmar Schaps, Olga Banmann, Sybilla Deffur-Schwarz, Asli Topal-Cevahir, Amira Pätzold, Vera Görtz-Klumpen. FOTO: Kreis HS
Kreis Heinsberg. Frauen, die ihre Heimat verlassen haben und in Deutschland ein Kind zur Welt bringen, stehen erst einmal vor vielen Fragen. In Erkelenz und Hückelhoven haben das Kommunale Integrationszentrum und die "Frühen Hilfen" des Kreises Heinsberg jetzt für geflüchtete Schwangere und Mütter eine mobile Mütterberatung angeboten.

Vielfach wissen die Frauen nicht, welche Möglichkeiten und Chancen ihnen und ihren Kindern offen stehen und wo sie Informationen dazu erhalten können. Nicht nur die Sprache, sondern auch das deutsche Gesundheits- und Bildungssystem sind fremd. "So entstand die Idee, mit einem mobilen Veranstaltungsort und ehrenamtlichen Übersetzerinnen die Frauen zu erreichen und zu beraten", erklärt Asli Topal-Cevahir, Bildungskoordinatorin des Kommunalen Integrationszentrums, in einer Pressemitteilung. Mit Sybilla Deffur-Schwarz von "Frühe Hilfen" konnte sie den Migrationsfachdienst der Diakonie, die Schwangerschaftsberatung der Arbeiterwohlfahrt und ehrenamtliche Sprachmittlerinnen für das Pilotprojekt gewinnen. Der Kinderschutzbund stellte das "Heinsberger U-Boot", einen voll ausgestatteten und modernen Bauwagen, als Veranstaltungsort zur Verfügung. Die Städte Erkelenz und Hückelhoven unterstützten das Projekt.

Der Bauwagen ist ein geschützter Raum für die Frauen, so dass sie in angenehmer Atmosphäre Wissen aufnehmen und Fragen stellen konnten. Am Veranstaltungstag erhielten sie Informationen zu den Themen Schwangerschaft und Geburt, Kindergesundheit, Bildung und Erziehung. Die Veranstalterinnen berieten die Frauen insbesondere zu Fragen rund um Entbindung, Kinderernährung, Bildungsangebote vor Kita-Eintritt, Kindergarten und Sprachentwicklung. "Wenn Mütter erkennen, welche Chancen sie und ihre Kinder haben, stehen den Kindern bestmögliche Bildungschancen zu", betont Topal-Cevahir. Und Deffur-Schwarz ergänzt: "So können Mütter durch bessere Integration und Erwerb der deutschen Sprache den Bildungsweg ihrer Kinder begleiten."

Das Angebot sei bei den Frauen auf großen Anklang gestoßen und soll im kommenden Jahr bei Bedarf an verschiedenen Orten im Kreis Heinsberg fortgeführt werden. "Ziel des Projektes ist es, den Müttern nahe zu bringen, wie sie trotz der belastenden Lebenssituation eine gesunde Entwicklung ihres Kindes fördern können. Niedrigschwellig und kultursensibel kann so auch ein Stück Integration gelingen", sagt Deffur-Schwarz, die Koordinatorin der Familienhebammen im Kreis Heinsberg ist. Informationen im Internet unter www.fhkhs.de.

Quelle: RP
 
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