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Kreis Heinsberg
Wie sich Todesnachrichten anfühlen

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Kreis Heinsberg. Beim Blitzmarathon am Donnerstag: Notfallseelsorger, Ersthelfer und Mutter, die eine Tochter verlor.

Bei Verkehrsunfällen entscheidet die Geschwindigkeit über Leben und Tod. Folgen begleiten Betroffene oft ein Leben lang. Beim nächsten Blitzmarathon am Donnerstag, 21. April, setzt die Polizei auf Schockwirkung, die eindrücklicher sein dürfte als "Knöllchen". Ertappten Schnellfahrern berichten ein Notfallseelsorger, ein Ersthelfer und eine trauernde Mutter, wie es sich anfühlt, wenn ein Unfall einen Menschen aus dem Leben gerissen hat.

Im Kreis Heinsberg sind 2015 zehn Menschen tödlich verunglückt, vier mehr als im Jahr 2014. "Jedes dieser Unfallopfer bedeutet für Familie, Freunde und Arbeitskollegen Leid und Trauer. Deshalb möchten wir die Menschen im Kreis Heinsberg und europaweit mit dieser Aktion wach rütteln", erklärt Polizeisprecher Karl-Heinz Frenken. Am 21. April stellt die Polizei die Opfer von Unfällen in den Vordergrund. Kontrollstellen sind an Orten, in deren Nähe es folgenschwere Verkehrsunfälle gegeben hat: in Erkelenz-Gerderath, Lauerstraße (Landstraße 19), Ortsausgang Richtung Wassenberg-Myhl, und auf der B 56 bei Gut Hommerschen in Geilenkirchen auf einem Parkplatz.

Auf der L 19 haben sich mehrfach schlimme Verkehrsunfälle ereignet. Ein Notfallseelsorger wird hier mit den kontrollierten Fahrern Gespräche führen und vom Überbringen von Todesbenachrichtigungen erzählen. Dies soll Verständnis der Fahrzeugführer für die Folgen überhöhten Tempos wecken.

Bei Gut Hommerschen wird ein Ersthelfer eines tödlichen Verkehrsunfalls zugegen sein, der sich am 3. Oktober 2015 auf der Kreisstraße 24 zwischen Immendorf und Würm ereignet hat. Damals war ein 18-jähriges Mädchen aus Geilenkirchen tödlich verunglückt, als es mit dem Auto einem Dachs ausweichen wollte und von der Straße abkam. Die junge Frau prallte mit ihrem Fahrzeug gegen einen Baum und starb an der Unfallstelle. Drei weitere Mitfahrer in ihrem Auto wurden schwer verletzt, darunter ihr Bruder. Der Mann spricht über die Folgen, die das Erlebnis bei ihm ausgelöst hat. Die Mutter der beiden Verunglückten möchte auch Gespräche mit Verkehrsteilnehmern führen, die zu schnell unterwegs waren. Ihr Wunsch: durch die Schilderung der Folgen, die der Unfall für sie und ihre Familie hatte, anderen Fahrzeugführern die Augen zu öffnen.

(gala)
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