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Heinsberg
Würdige Nachfolgerinnen von Luther

Heinsberg: Würdige Nachfolgerinnen von Luther
Siegerfoto vom Predigtwettbewerb in Heinsberg (vordere Reihe von links): Die fünf Finalistinnen Marisa Vogel, Marie Schwesinger (3. Platz), Annika Groß (2. Platz), Luca Thiele (1. Platz) und Maike Sieben. Hintere Reihe von links - die Jury: Nele Otto, Christian Pape, Natascha Wenrich, Dr. Titus Reinmuth, Robin Banerjee - Rechts außen: Moderator Sebastian Walde. FOTO: Ruth Klapproth
Heinsberg. Mit ausgezeichneten Vorträgen überzeugten die fünf Finalistinnen beim Predigtwettbewerb für Jugendliche in der Christuskirche Heinsberg. Luca Thiele (15) vom Cornelius-Burgh-Gymnasium Erkelenz setzte sich am Ende durch. Von Kurt Lehmkuhl

Superintendent Jens Sannig vom Kirchenkreis Jülich war schlichtweg fasziniert. Pfarrer Sebastian Walde aus Heinsberg fehlten fast die Worte. Pfarrer Dr. Titus Reinmuth steht vor der Qual der Wahl und Pfarrer Robin Banerjee von der Evangelischen Kirchengemeinde Schwanenberg konnte sich immer wieder nur wiederholen: "Wir haben fünf Gewinnerinnen."

Sie alle waren wie die vielen Besucher in der Christuskirche in Heinsberg Augenzeuge beim ersten Predigtwettbewerb für Jugendliche, zu dem die evangelischen Kirchengemeinden im Kreis Heinsberg aufgerufen hatten. Fünf Kandidatinnen hatten es in das Finale des erstmalig im Bereich der Evangelischen Kirche im Rheinland aus Anlass des Luther-Jahres durchgeführten Wettbewerbs geschafft. Eine oder zwei Predigten sollen es in einen von Reinmuth gestalteten Radiogottesdienst schaffen. "Das waren Hammerworte", sagte Walde in Anlehnung an den gleichnamigen Titel des Wettbewerbs. "Von solchen Hammerworten brauchen wir noch viel mehr." Die fünf Predigerinnen seien würdige Nachfolgerinnen von Luther.

In der Tat hätten alle fünf Kandidatinnen den Sieg verdient gehabt, die 15-jährige Luca Thiele vom Cornelius-Burgh-Gymnasium Erkelenz, die schlussendlich ganz oben auf dem Treppchen stand und die über Perfektion sprach, ebenso wie die Zweitplatzierte Annika Groß, 19-jährige Abiturientin der Betty-Reis-Gesamtschule Wassenberg, die das Symbol des Regenbogens interpretierte, die Dritte Marie Schwesinger (19), die am Cornelius-Burgh-Gymnasium just das Abitur bestand und das Leben mit einem Rucksack beschrieb, sowie die 16-jährige Maike Sieben vom Cornelius-Burgh-Gymnasium, die eine Schule für Schüler forderte, und Marisa Vogel (17) vom Maximilian-Kolbe-Gymnasium Wegberg, die über das Salz und das Licht der Erde sprach. Die fünfköpfige Jury mit Banerjee, Reinmuth, dem Beecker Humoristen Christian Pape, der Sängerin Natascha Wenrich und der Schülerin Nele Otto hatte eine sehr differenzierte Sicht der Dinge. Jeder Juror hatte seine Favoritin, ein einheitliches Votum konnte es gar nicht bei der Vielfalt und der Qualität der Beiträge geben. Und wenn es nach dem Applaus des Publikums gegangen wäre, hätte es wohl eine ganz andere Siegerin gegeben.

Zehn Minuten hatten die Predigerinnen für ihre Gedanken zu einem Text aus der Bibel. "Vergiss alle Predigten, die du bis jetzt gehört hast", hatte Walde ihnen empfohlen. Jetzt hörten er und alle anderen in der Tat Predigten, die in ihrer Klarheit und Schonungslosigkeit, Offenheit und Zweifeln, Bedenken und Ängsten, Ehrlichkeit und Hoffnung nur selten oder nicht zu hören waren. Die Besucher wurden nachdenklich gemacht, mitgenommen in die Welt voller Ängste auf dem Weg in eine hoffnungsvolle Zukunft. "Ich bin überwältigt", sprach Walde aus, was viele dachten, die nachdenklich, berührt, betroffen, aber auch beglückt, den Predigten lauschten, die von der Gruppe beets 'n'berries musikalisch begleitet wurden.

Der bleibende Eindruck und das gelungene Engagement der jungen Menschen und der Organisatoren rufen geradezu nach einer Wiederholung des Predigtwettbewerbs, der "eigentlich" ein einmaliges Erlebnis im Luther-Jahr sein sollte. Der Wille zu einer Neuauflage ist gegeben bei den Pastören.

Quelle: RP
 
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