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Langenfeld
13-jährige Kartpilotin fährt auf Schumis Spuren

Langenfeld. Patricija Stalidzane aus Langenfeld hat in ihrem Rennsport schon etliche Pokale gewonnen. Von Marco Mainz

Im Keller des Hauses von Familie Stalidzane gibt es eine Regalwand nur für Trophäen. Mehr als 30 Pokale in verschiedensten Formen und Farben stehen dort. Patricijas (13) wertvollster ist ein großer kelchförmiger mit einer "2" auf der Plakette. "Den habe ich als Vizemeisterin der letzten Kart-Rennserie gewonnen", sagt sie. Vater Gvido, ehemaliger Rennfahrer, hat in seiner aktiven Zeit bereits ordentlich vorgelegt, doch Patricija macht ihm schon Konkurrenz. Fast die Hälfte der Pokale gehören ihr.

Mit sieben Jahren begann sie in München mit dem Kart-Rennsport. Die Familie zog erst im vergangenen Jahr von dort nach Langenfeld. Das Interesse am Rennsport sollte ursprünglich nicht bei ihr, sondern ihrem kleinen Bruder geweckt werden. "Mein Vater hatte ihm zum Geburtstag ein Kart gekauft. Er kam allerdings noch nicht an das Gaspedal und deshalb durfte ich fahren", erzählt Patricija. Mutter Ina nickt: "Ich konnte es nicht glauben. Meine Tochter hat bis zu ihrem siebten Lebensjahr Ballett getanzt, sogar in der Münchner Staatsoper. Und plötzlich wollte sie so einem gefährlichen Hobby nachgehen."

Patricija fährt momentan ihre vierte Serie und stand nach dem ersten Rennwochenende auf Platz neun der Deutschen-Junioren-Kart-Meisterschaft (DJKM). Das erste der zwei Rennen startete sie sogar auf der Pole Position. Ein Reifenschaden brachte allerdings das vorzeitige Aus. Das zweite Finale, als Letzte startend, beendete sie auf Platz acht.

Patricija weiß genau, worauf es bei der Vorbereitung ankommt. "Für den Rennsport muss man in guter körperlicher Verfassung sein. Um die nötige Kraft zu bekommen, gehe ich regelmäßig ins Fitnessstudio; für die Ausdauer gehe ich schwimmen." Auch die Ernährung spielt für sie eine große Rolle. "Vor den Rennen nehme ich viele Kohlenhydrate zu mir. Auf Fleisch würde ich am liebsten verzichten, das liegt schwer im Magen."

Fahrtraining macht die Langenfelderin entweder in Kerpen oder Genk (Belgien). Dafür geht schnell mal ein ganzes Wochenende drauf. Bei Rennen wird sie manchmal sogar bereits mittwochs aus der Schule entlassen. Probleme, den Stoff nachzuholen hat sie nicht. "Ich habe in der Grundschule bereits eine Klasse übersprungen und bin nach der dritten Klasse direkt auf das Gymnasium gewechselt. Ich habe glücklicherweise gute Noten und mache mir deshalb keinen Kopf." Rennsport gilt als Männerdomäne, benachteiligt fühlte sich die 13-Jährige bislang noch nie. "Ich habe viele Freunde aus dem Sport, und mein Team TK-Racing unterstützt mich, wo es nur geht." In dem kleinen Team nehme sich der Chef für jeden Zeit. "Das gefällt mir."

Ob sie mal in der Formal 1 fahren möchte? "Natürlich, das wäre das Allergrößte, aber ich denke von Renen zu Rennen." Außerdem sei ihr die Schule sehr wichtig. "Für den Fall, dass ich mal nicht mehr fahren kann, möchte ich das Abitur gemacht haben." Ihre Mutter sieht das ähnlich. Patricija entscheide, wie es weiter geht. "Wir zwingen sie als Eltern zu gar nichts. Sie macht es, weil es ihr gefällt; und so lange werden wir sie unterstützen."

Quelle: RP
 
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