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Langenfeld.
250 Ältere haben noch jede Menge vor

Langenfeld.. Für die neue "Zwar"-Gruppe haben die zahlreichen Interessenten schon viele Wünsche. Von Isabel Klaas

Keiner muss in Langenfeld einsam vor dem Fernsehen alt werden. Es sei denn, es ist sein Wunsch. Das scheint bei den 260 Interessenten, die am Mittwochabend zum Treffen der neuen Zwar-Ortsgruppe Richrath kamen, nicht der Fall zu sein. "Zwar" steht für "Zwischen Arbeit und Ruhestand" und ist als Treffpunkt für Menschen ab 55 Jahre gedacht, die schon im Ruhestand sind oder sich langsam darauf vorbereiten. In Reusrath und Immigrath existieren diese Gruppen bereits.

Bunt gemischt war die große Älteren-Gruppe, die Bürgermeister Frank Schneider in der Bettine-von-Arnim- Gesamtschule begrüßte: die schüchterne Vietnamesin, die sich mehr Kontakte wünschte; der Single, der seine beruflichen Talente für Menschen einsetzen will, die einen Job suchen; das Ehepaar, das Ausflüge in die nähere Umgebung machen will; der Zugezogene, der über Menschen seine neue Heimat besser kennenlernen will; der Selbstsichere, der gerne eine Wandertruppe führen würde und die Vorsichtige, die aus ihrem Kokon befreit werden will.

Marianne Radke vom gleichnamigen Natursteinhof in Reusrath und kurz vor der ruhigeren Phase ihres Lebens, formulierte ihre Gründe für eine Mitgliedschaft in der Zwar-Gruppe: "Wenn man feste Termine im Kalender hat, dann setzt man sein Föttchen auch in Bewegung." Für sie, die schon in der Immigrather Gruppe aktiv ist, bedeutet das, regelmäßig mit Gleichgesinnten in Industriemuseen fahren.

Bekanntlich ist es der dauerhafte Kontakt zu anderen Menschen, der die Lebensqualität im Alter deutlich erhöht. In den Zwar-Gruppen kann man ihn pflegen, ohne gebunden zu sein. Wer nach zwei Monaten Doppelkopf-Runde entdeckt, dass sich ihm die Strategie des Spiels immer noch nicht erschließt, kann ohne Probleme in die Kochrunde wechseln.

"Beim nächsten Basis-Treffen wird alles schon sehr konkret", versprachen die Moderatorinnen Dagmar Berndt und Monika Klems in ihrer Kleingruppe. Das heißt, am Mittwoch, 21. Oktober, 18.30 Uhr, bilden sich im Seniorentreff St. Martin (Kaiserstraße 60) die ersten Interessengruppen. Auf der Agenda stehen eine Menge Wünsche: Kochen, Reisen, Radeln, Wandern, Kegeln, Museumsbesuche, Häkeln, Singen, Doppelkopf oder Boule spielen, aber auch Wissen und Talente ehrenamtlich zur Verfügung stellen. Eines schwebt über allem, und das ist der Wunsch nach dem gemeinsamen Tun in der Heimatstadt - schön formuliert von einer Moderatorin, die seit zwei Jahren dabei ist: "Mein Stadtteil ist dank Zwar mein Resonanzboden geworden."

Quelle: RP
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