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Langenfeld/Monheim
4000 Karteileichen in beiden Städten

Die wichtigsten Fakten des Zensus 2011
Die wichtigsten Fakten des Zensus 2011 FOTO: dpa, abu lre
Langenfeld/Monheim. Langenfeld hat laut "Zensus 2011" rund 2400, Monheim fast 1800 Einwohner weniger als gemeldet. Von Thomas Gutmann

Wie in vielen deutschen Kommunen, so gab es gestern auch in den heimischen Rathäusern verblüffte Gesichter angesichts der am Morgen bekanntgegebenen Ergebnisse der bundesweiten Haushaltsbefragung "Zensus 2011": "Mehr als anderthalb tausend Einwohner weniger, als offiziell registriert – da müssen wir uns jetzt an die Ursachenforschung begeben", kommentierte Monheims Bürgermeister Daniel Zimmermann die vom Landesdatenamt IT NRW vorgelegte Statistik für die Gänseliesel-Stadt.

Technisch sei der Schwund, den Fachleute unter anderem auf etwaige Fehler und/oder Unterlassungen im Abmeldeverfahren zurückführen (etwa bei Umzügen oder Sterbefällen), "eigentlich nicht möglich", sagte Zimmermann. Und leitete aus der Statistik gleich eine planungspolitische Handlungsmaßgabe ab: "Der Zensus bestätigt den Trend des Bevölkerungsrückgangs in Monheim. Und er zeigt, wie wichtig Neubaugebiete wie etwa Baumberg-Ost sind, um dieser Entwicklung entgegenzuwirken."

Hier das Wichtigste aus den Zensus-Ergebnissen für Monheim:

Weniger Monheimer Statt rund 42 000 Einwohner, wie bis vorgestern offiziell Stand, sind es nach der Haushaltsbefragung von Mai 2011 nur 40 280 – eine Differenz von 1765. Überproportional viele "Karteileichen" entfallen auf Ausländer: Während im statistischen Bericht der Stadt für das Jahr 2011 4873 Monheimer ohne deutschen Pass aufgeführt sind, sind es im Zensus 753 weniger (4120; Anteil an der Gesamtbevölkerung: 10,2 Prozent; Deutschland zum Vergleich: 7,7).

Zuwanderer Fast jeder dritte Monheimer (29,2 Prozent) hat einen Migrationshintergrund, wobei nach der offiziellen Statistik (2011) allein 35 Prozent der Bürger ohne deutsche Staatsangehörigkeit Türken sind. Dies zeigt sich bei der Religionszugehörigkeit laut Zensus: 34,6 Prozent sind weder katholisch (40,8 Prozent) noch evangelisch (24,8).

Altersstruktur Monheim ist ähnlich überaltert wie ganz Deutschland. Immerhin aber sind Kinder und Jugendliche leicht stärker vertreten als im Bundesdurchschnitt (17,2 gegenüber 16,3 Prozent). Dafür gibt es relativ wenig jüngere Monheimer im Alter von 18 bis 39 (22,7 Prozent; Deutschland: 26,0).

Für Nachbarstadt ergibt sich folgendes Zensus-Bild:

Weniger Langenfelder In Abgleich mit den städtischen Zahlen (31.12.2012) fördert die Haushaltsbefragung (2011) 2419 Karteileichen zutage. Demnach zählt die Posthorn-Stadt 56 829 Einwohner und nicht 59 248. Die Zahl der Langenfelder ohne deutschen Pass muss um 388 auf 4330 nach unten korrigiert werden (Anteil an der Gesamtbevölkerung: 7,6 Prozent).

Noch relativ christlich 43,0 Prozent der Langenfelder gehören der Römisch-katholischen, 27,3 Prozent der Evangelischen Kirche an, 29,6 Prozent entfallen auf "Sonstige, keine, ohne Angabe". Zum Vergleich: Für ganz Deutschland lautet diese Aufteilung so: 30,8 Prozent katholisch, 30,3 evangelisch und 38,8 Sonstige. 22 Prozent der Langenfelder haben einen Migrationshintergrund (Deutschland: 18,9).

Starke Volksalterung Die Altersstruktur ist in Langenfeld noch mal ungünstiger als im ganzen Land. Unter den Alterskohorten, die sich im gebärfähigen Alter befinden oder darin hineinwachsen, sind einzig die Schulkinder und Jugendlichen (6-17 Jahre) leicht stärker vertreten als im Bundesdurchschnitt. Der Anteil an 18- bis 39-Jährigen beträgt in Langenfeld nur 22 Prozent.

(RP/rl)
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