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Kreis Mettmann
60.000 Frauen haben unsichere Jobs

Kreis Mettmann. Gewerkschaft beklagt: Frauen verdienen zu wenig Geld.

Unsichere Jobs seien "meist Frauensache", meint Doris Jetten, Bezirkschefin der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU). "Im Kreis Mettmann arbeiteten Ende letzten Jahres rund 59.900 Frauen in Teilzeit, Mini-Job oder Leiharbeit. Damit machten sie 68 Prozent der ,atypischen Beschäftigung' aus." Dies zeigt Jetten zufolge eine Untersuchung der Hans-Böckler-Stiftung.

Für die IG BAU warnt Jetten zugleich vor einer zunehmenden Altersarmut für Frauen: "Prekäre Jobs führen zu niedrigeren Rentenansprüchen." Dabei seien Zeiten der Schwangerschaft oder Kindererziehung noch nicht einmal berücksichtigt. "Wenn Politik und Wirtschaft nichts unternehmen, dann werden Frauen bei der Rente immer öfter zu Verliererinnen." Besonders besorgniserregend sei, dass Teilzeit immer mehr zum Normalarbeitsverhältnis für Frauen werde.

So gab es nach Angaben der Böckler-Studie im Kreis Mettmann zuletzt 31.227 Teilzeit-Arbeiterinnen - 52 Prozent mehr als noch vor zehn Jahren. Demgegenüber haben Ende letzten Jahres nur 7.616 Männer in Teilzeit gearbeitet. Außerdem waren mit insgesamt 27.994 Mini-Jobberinnen 60 Prozent aller geringfügig Beschäftigten im Kreis weiblich.

Vor dem Hintergrund der aktuellen Rentendebatte fordert die IG BAU, die Situation der Frauen stärker in den Blick zu nehmen. Jetten: "Gerade in der Gebäudereinigung, im Gartenbau und in der Floristik bekommen sie kaum Vollzeitstellen, sondern Teilzeit- oder Mini-Jobs. Die Folge ist, dass Frauen trotz jahrzehntelanger Arbeit im Alter zum Sozialamt gehen müssen." Eine zentrale Voraussetzung für höhere Renten sei die gleiche Bezahlung von Frauen und Männern, so die Gewerkschafterin.

(mei)
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