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Langenfeld
Abida Ruppert bittet zum "Letzten Tanz"

Langenfeld: Abida Ruppert bittet zum "Letzten Tanz"
Abida Ruppert in der Ausstellung "Schatten" im Kunstraum. Sie hat es sich nicht nehmen lassen, die Hängung der Bilder zu dirigieren. FOTO: Stephan Köhlen
Langenfeld. Ihre letzte Schau hieß "Licht und Schatten". Ihre neue Ausstellung im Hildener Kunstraum hat die Künstlerin nur noch mit "Schatten" betitelt. Von Gökçen Stenzel

31 reliefartige Bilder erwarten den Betrachter im Kunstraum des Gewerbeparks, großformatig oft. Schwarz und Grau sind die Grundtöne, die die Haaner Künstlerin Abida Ruppert nutzt, um teils verstörende Ansichten von Leben und Tod zu transportieren. Nur wer genau hinschaut, erkennt beispielsweise winzige Skelette, die aus einigen Bildern heraustreten. Sie machen Massengräber aus einer scheinbar harmlosen Ansicht. Es ist die Art, wie die gebürtige Bosnierin versucht, die langen Schatten des Bürgerkrieges aus ihrer ersten Heimat zu verarbeiten.

Wie sie mit ihrem eigenen Schicksal umgeht, bringt sie mit ihrem neu entstandenen Werk "Last Dance" zum Ausdruck: Als eines der wenigen farbigen Bilder, ist es zum Teil mit Tüll verhüllt, darunter steht eine Schachtel mit Ballettschuhen: Rupperts Reminiszenz an ihre eigene Zeit als Tänzerin. Ein harter Kontrast zu ihrer schweren Erkrankung, die bedingt, dass die Patientin immer weniger essen kann, dass sie regelrecht dahin schwindet.

Abida Ruppert leidet an Amyotrophe Lateralsklerose. ALS ist eine unheilbare Nervenkrankheit, die zu Muskel- und Atemlähmungen führt. Das Sprechen und Schlucken fällt den Patienten zunehmend schwer. Die Ursache der Krankheit ist unbestimmt, die Symptome sind vielfältig. Die meisten Patienten sind zwischen 50 und 70 und sterben drei bis fünf Jahre nach Stellung der Diagnose. Sprechen kann die Künstlerin kaum noch, doch per E-Mail machte sie im Vorfeld der Ausstellung deutlich, wie wichtig es ihr ist, diese Eröffnung, auf die sie Monate lang hingearbeitet hat, zu erleben. Sie schreibt: "Meine letzte Ausstellung. Bin zugleich traurig und freue mich auch. Traurig, weil ich krank bin und alles anders ist . . . nicht wie es war. Mit dem Tod, ständiger Begleiter, ist es schwer, im Alltag zu schreiten . . . Aber ich freue mich auf meine Freunde und Menschen, die ich liebe, die zu meiner Ausstellung kommen." Sichtlich bewegt dankte ihr Kulturamtsleiterin Monika Doerr bei der Vorstellung der Schau. Eine Eröffnung unter den Vorzeichen, wie sie am Sonntag bevorsteht, hat sie noch nie erlebt. "Als wir vor zwei Jahren die Ausstellung vereinbart haben, war von der Krankheit noch nichts in Sicht."

Vernissage am Sonntag, 11 Uhr. Laufzeit bis 12. November. Mo. geschlossen, Di.-Fr. 14-18 Uhr, Sa/So. 11-16 Uhr; Hofstraße 64 in Hilden.

Quelle: RP
 
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