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Baumberg
Acht Chöre singen zugunsten von Flüchtlingen

Baumberg. Die Idee habe schon lange bestanden, sagt Wolfgang Eicker. "Endlich gab es eine passende Gelegenheit", freute sich gestern der Vorsitzende des Baumberger Männerchores über den ersten gemeinsamen Auftritt von acht Monheimer Chören. Mehr als 250 Sänger und ähnlich viele Besucher füllten das Baumberger Bürgerhaus, um moderne und klassische Chormusik zu hören und dabei - statt eines Eintrittsentgelts - für die in Monheim lebenden Flüchtlinge zu spenden. Auch Asylbewerber waren anwesend, und zeigten sich von der Idee des Konzertes sehr angetan. Von Martin Mönikes

Die unter anderem auch in Arabisch und Farsi beschrifteten Programme und die mehrheitlich internationalen Liedtexte erleichterten den Flüchtlingen das Verständnis. Im Zweifel halfen ehrenamtliche Flüchtlingshelfer wie Regina Wegener, die mit zwei syrischen Asylbewerbern gekommen war, etwa die besungene Loreley-Sage sinngemäß zu übersetzen.

In Grußworten dankten Beigeordneter Roland Liebermann als Vertreter des Bürgermeisters und Michael Schlemminger-Fichtler, der Vorsitzende des Beratungszentrums, den Beteiligten und Zuhörern. Dabei unterrichteten sie über die aktuellen Asylbewerberzahlen und die möglichen Spendenzwecke, von der Unterstützung einer Flüchtlings-Fußballmannschaft, einem Filmprojekt bis zu einem Flüchtlings-Sommerfest auf der Bürgerwiese. Aktuell wohnen 630 Asylbewerber aus 30 Nationen in Monheim, 250 davon aus Krisengebieten, 240 im Alter bis zu 18 Jahren. Dank sagte Schlemminger-Fichtler all den ehrenamtlich helfenden Monheimern, die sich seit mehr als 18 Monaten mit Empathie tagtäglich um diese Menschen kümmern. Dies sei sicherlich ein Hauptgrund, warum "die Flüchtlingshilfe - im Vergleich zu anderen Orten - in Monheim so geräuschlos funktioniert". Die offiziellen Redner sparten das Thema Moschee-Neubauten aus, im Foyer waren die Pläne der Stadt allerdings ein Thema. Manche sahen die Gefahr, dass die so gelobte flüchtlingsfreundliche Stimmung in Monheim durch diese unentgeltliche Überlassung von Grundstücken kippt.

Das Publikum freute sich über das umfängliche Programm von Monheimer Kinder- und Jugendchor, Baumberger Männerchor, Ars Cantandi, Klangfarben vocale, MGV Harmonie 1874, Frauenchor Baumberg, Chor te deum und Kirchchor Cäcilia von St. Dionysius. Besonders der finale Auftritt aller Chöre nach rund zwei Stunden war optisch und akustisch ein Knüller. Heidi Hartleb, die in der Diakonie schon mit Flüchtlingen gesungen hat, lobte die grundsätzliche Idee des Benefizkonzerts und freute sich darüber, dass einige der Betroffenen anwesend waren.

Quelle: RP
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