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Monheim/Langenfeld
Ärger über Vandalismus auf Friedhof

Monheim/Langenfeld. Monheim hat die Pflege zum 1. November an Privatdienstleister übertragen. In Langenfeld kümmert sich die WfB. Von Petra Czyperek

Als Marion Goldmann-Pohlers an Allerheiligen das Familiengrab auf dem kleinen Baumberger Friedhof besuchte, um frische Blumen in die Vase zu stellen, bot sich ihr "ein trauriges und unwürdiges Bild". Sie sagt, man habe "seinen Augen nicht trauen" können. "Zerstörte Eingangstüren, Graffiti-Schmierereien an den Wänden, überfüllte Abfallbehälter und Baumabfälle" hätten einen ungepflegten und vernachlässigten Eindruck gemacht. An der Gedenkstätte habe sich Unrat neben den aufgestellten Kerzen getürmt.

Die Ratingerin ist sehr verärgert, dass eine so reiche Gemeinde wie Monheim kein Geld für die Pflege der Friedhöfe übrig zu haben scheine. Sie wandte sich mit ihrer Beschwerde unverzüglich an die Stadtverwaltung, wünscht sich eine Entschuldigung von Bürgermeister Daniel Zimmermann. "Es kann nicht sein, dass man diese Dinge schleifen lässt!" Andreas Apsel, Fachbereichsleiter Bauwesen, versteht ihren Unmut. Zwar wurden die Müllbehälter auf dem Gelände Am Sportplatz 2 inzwischen geleert und der herumliegende Unrat entfernt, doch bis die Schmierereien an der Wand übermalt sind, wird es noch etwas dauern. "Wir müssen dafür einen Anstreicher beauftragen." Das zerstörte Tor werde ebenfalls so bald wie möglich repariert. Vor rund zwei Wochen habe es dort einen Unfall gegeben. Ein Auto habe das Tor gerammt. Auch die Mauer sei dabei in Mitleidenschaft gezogen worden. Markus Gronauer (CDU-Fraktionsvorsitzender) berichtet, die Zustände auf dem fünf Hektar großen kommunalen Waldfriedhof an der Knipprather Straße mit 4000 Gräbern, seien ebenfalls beklagenswert. Auch dort gebe es Beschwerden von Angehörigen.

Waren bis vor kurzem Mitarbeiter des städtischen Betriebshofs für die Pflege und Instandhaltung der beiden städtischen Friedhöfe zuständig, hat die Verwaltung inzwischen einen privaten Dienstleister damit beauftragt. Die Arbeiten des Betriebshofes konnten nicht immer zufriedenstellend ausgeführt werden, fügt der Fachbereichsleiter an. Ein Monheimer Gartenbaubetrieb übernahm die Aufgabe zum 1. November, macht seitdem den Grünschnitt, repariert die Wege und bereitet auch die Beerdigungen vor. Ein fester Mitarbeiter ist dafür eingeplant; je nach anfallendem Aufwand können ihm zeitweise zwei weitere Kollegen zur Seite gestellt werden. Mit der Übertragung soll sich der Service insgesamt verbessern, sagt Apsel. "Wir werden so beispielsweise zukünftig auch freitags und samstags Bestattungstermine anbieten können." Das sei bisher nicht möglich gewesen, käme aber vielen Berufstätigen entgegen.

Um die Pflege des städtischen Friedhofs am Kappeller Weg in Langenfeld kümmert sich die Werkstatt für Behinderte (WfB). Zweimal in der Woche sei eine ganze Kolonne von Helfern auf dem Waldfriedhof unterwegs, säubere die Wege, mähe den Rasen, schneide die Hecken und übernehme bei Schnee und Eis auch den Winterdienst. "Die machen das seit mehreren Jahren, und wir sind damit sehr zufrieden", sagt Heidemarie Lehnert-Momm aus der städtischen Friedhofsverwaltung in Langenfeld.

Quelle: RP
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