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Langenfeld
Ärger um Rotlicht-Werbung vor Schulen

Langenfeld: Ärger um Rotlicht-Werbung vor Schulen
Felix-Metzmacher-Schulleiter Rolf Schlierkamp (Bild) ist verärgert über die Bordell-Werbung direkt neben dem Schulgelände an der Fröbelstraße. Zumindest an dieser Stelle werde sie jetzt entfernt, versprach die Werbefirma. FOTO: RALPH MATZERATH
Langenfeld. In Langenfeld wirbt ein Bordell mit Großplakaten. Nach Protest von Eltern und Schulleitern wird eines jetzt entfernt. Von Stephan Meisel

Große Werbeplakate für ein Tönisvorster Bordell erzürnen zurzeit Langenfelder Eltern wie Manfred Schulte. Der Rechtsanwalt und SPD-Kreistagsabgeordnete empfindet es als besonders verwerflich, "dass sie in Langenfeld in unmittelbarer Nähe von Schulen und Kindergärten zu sehen sind". Tatsächlich blicken Kinder und Jugendliche an der Fröbelstraße direkt auf eine fast zehn Quadratmeter große Reklamewand mit dem Porträt einer Blondine und der Bordelladresse, wenn sie ihr Fahrrad auf dem Stellplatz der Johann-Gutenberg-Realschule anketten.

Empört äußerten sich auf Anfrage die beiden Schulleiter. "Das ist doch ein Unding", meint Gudula Oster, die an der auslaufenden Realschule kommissarisch die Geschäfte führt. "Sexismus ist ohnehin ein gesellschaftliches Problem. Da finde ich solch eine Bordellwerbung ausgerechnet vor einer Schule schon sehr bedenklich."

Rolf Schlierkamp von der benachbarten katholischen Felix-Metzmacher-Hauptschule pflichtet ihr bei. "Wegen der Bauarbeiten für die neue Gesamtschule laufen unsere Kinder und Jugendlichen jetzt dort lang. Bordellreklame direkt am Schuleingang - das geht einfach nicht!" Schlierkamp will nach eigenen Worten im Rathaus einen Vorstoß unternehmen, dass das Großplakat entfernt wird. Dass dies geschieht, hofft auch Realschulleiterin Oster.

"So einfach ist das nicht", sagte indes Rechts- und Ordnungsamtsleiter Christian Benzrath auf Anfrage. "Grundsätzlich haben wir seitens der Stadt keinen Einfluss darauf, was plakatiert werden darf. Schon gar nicht, wenn die Werbetafeln auf privaten Grundstücken stehen." Sofern die Plakatmotive nicht rechtswidrig oder etwa durch die Nennung von Preisen grob anstößig seien, gebe es für die Ordnungsbehörde keine Handhabe.

Die Plakatwerbung für das Tönisvorster Bordell lasse sich somit nicht verbieten. "Mit dem 2002 in Deutschland verabschiedeten Prostitutionsgesetz sollte dieses Gewerbe ausdrücklich aus der Illegalität geholt werden." Deswegen sei den ausgewiesenen Bordellbetrieben Reklame dieser Art erlaubt. "Ein zuvor geltendes Werbeverbot für sexuelle Dienstleistungen wurde nach einer Entscheidung des Bundesgerichtshofs gelockert." Allerdings kündigte Benzrath mit Blick auf die von den Schulleitern erhobenen Bedenken an, das Großplakat an der Fröbelstraße unter jugendschutzrechtlichen Gesichtspunkten noch einmal prüfen zu lassen.

Doch das wird wohl nicht mehr nötig sein: Auf Anfrage unserer Redaktion bei der für die Reklamewände zuständigen Firma awk versprach deren Mitarbeiterin Stefanie Probstfeld, das Plakat an der Fröbelstraße entfernen zu lassen. "Das war ein Versehen. Wir sind bei diesem Thema durchaus sensibel und haben deshalb in der Nähe von Schulen und Kindergärten entsprechende Sperrvermerke. In diesem Fall fehlte er, aber das ändern wir jetzt." Doch an anderer Stelle im Stadtgebiet bleibe diese Bordellwerbung bestehen. Im Frühsommer hatte ein so genannter Saunaclub aus Erkrath auf ähnliche Weise ("100 Girls") in der ganzen Region plakatiert.

Quelle: RP
 
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