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Langenfeld
Allerheiligen: Das sind Langenfelds Kirchenpatrone

Langenfeld. Heute gedenkt die katholische Kirche ihrer besonders vorbildlichen Gläubigen. Einen Stadtheiligen hat Langenfeld nicht, dafür aber Paulus, Barbara, Gerhard und Co.

Der älteste Heilige der Stadt ist auch der wohl populärste: St. Martin ist Patron der Kirche in Richrath mit ihrem rund 1000 Jahre alten Turm. Der Name des römischen Legionärs, der der Legende nach einen Bettler vor dem Kältetod rettete und später Bischof von Tours wurde (gestorben um 397), wird schon nächste Woche wieder in aller Munde sein - und natürlich ist es kein Zufall, dass der Martinszug in Richrath der größte der Stadt ist.

Ein anderer Langenfelder Kirchenpatron ist St. Gerhard, von der Kirche in Gieslenberg. Das Vorbild ist "Gerhard von Toul." Der war laut Heiligenlexikon 'ne kölsche Jung (935-994). Seine Mutter soll vom Blitz erschlagen worden sein, was den Sohn bewogen habe, Priester zu werden. 963 ernannte ihn Kaiser Otto I. zum Bischof von Toul. In Trier geweiht, tat er sich in Lothringen als Klostergründer und Helfer gegen Hunger und Pest hervor.

Langenfelds Zentralkirche trägt den Namen von Jesu Pflegevater: St. Josef. Der wird meist als treusorgender Familienmensch dargestellt. Anders in der Kirche an der Solinger Straße: Hier ist er solo und nicht gekleidet wie ein galiläischer Zimmermann, sondern in kostbarem Tuch wie ein ägyptischer Gelehrter. "Er hat übergroße Augen und blickt gleichsam durch den Betrachter hindurch auf etwas, das man wahrscheinlich mit bloßen Augen nicht einfach sehen kann", deutete der ehemalige Langenfelder Pfarrer Jürgen Rentrop die bunt lackierte Holzskulptur. Hinzu kommen übergroße Ohren und eine Spirale im Körper: "Die weist ihn als ,Bauchmenschen' aus, der das Geheimnis der Menschwerdung ,von seinem Bauch' her annimmt und zu seiner Verlobten steht", erklärte Rentrop.

Typisch hingegen ist die Darstellung von St. Paulus (gestorben vor 68) in der Kirche in Berghausen: mit Schwert. "Als römischer Bürger soll der Apostelfürst nicht wie andere Christen gekreuzigt, sondern enthauptet worden sein", schilderte Birgit Trierscheidt vom Ortsausschuss die verbreitete Überlieferung, die freilich nicht belegt ist. Die Schnitzarbeit sei der Gemeinde erst voriges Jahr von zwei Mitgliedern gestiftet worden und habe einen "Ehrenplatz" in der Sakristei erhalten. Das Patronat für die 1926 erbaute Kirche habe der damalige Pfarrer Breuer vorgeschlagen. Warum, darüber schweigt sich die Pfarrchronik aus. Trierscheidts Vermutung: "Paulus war ja ein großer Gemeindegründer. Damit passte er gut hier hin."

St. Barbara, Patronin von Langenfelds zweitältester katholischen Kirche, in Reusrath, ist eine rein legendarische Gestalt. Sie soll sich in frühchristlicher Zeit gegen ihren Vater fürs Christentum entschieden und dafür entsetzliche Grausamkeiten erlitten haben. Obwohl null belegt, zählt Barbara zu den populärsten Heiligengestalten zumal im deutschsprachigen Raum: An ihrem Gedenktag (4. Dezember) werden die sogenannten Barbarazweige, meist vom Kirschbaum, geschnitten und in Wasser gestellt - zu Weihnachten blühen sie dann auf.

(gut/og)
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