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Monheim
Altstadt: Protest gegen Fällungen wächst

Monheim: Altstadt: Protest gegen Fällungen wächst
Herry Löschper, Adelheid Wagner (vorne) und andere Monheimer Baumschützer setzen sich für den Erhalt der Altstadt-Akazien ein. FOTO: RALPH MATZERATH
Monheim. Die Initiative "Bürger für Monheim" hat über 1.000 Unterschriften für den Erhalt der Akazien gesammelt - an zwei Tagen. Von Dorian Audersch

Als Herbert Happe von den Plänen der Stadt erfuhr, war er entsetzt. Insgesamt 17 Bäume sollen demnach für die Neugestaltung der Altstadtplätze weichen - ebenso wie der mit Efeu überwucherte "Triumphbogen", der für viele Monheimer im Laufe der Jahre zu einer Art Wahrzeichen des urigen Kneipenviertels geworden ist. "Wir wollen erreichen, dass die Verantwortlichen ihre Pläne überdenken", meint Happe. Gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin Karin Kalder macht er sich für den Erhalt der Kugelakazien stark.

"Uns ist klar, dass der Ratsbeschluss steht und es für diese Aktion eigentlich zu spät ist", sagt der 67-Jährige. "Aber vielleicht beschäftigen sich Verwaltung und Politik doch noch einmal mit den Einwänden und Bedenken aus der Bürgerschaft." Letztere sind zahlreich. Insgesamt hat die von den beiden ins Leben gerufene Initiative bereits mehr als 1000 Unterschriften gesammelt - und das sei erst der Anfang, wie Happe betont. "Wir waren zwei Mal etwa fünf Stunden unterwegs und die Resonanz war überraschend hoch", freut sich Kalder. "Das geht Querbeet durch alle Bevölkerungsgruppen."

Den beiden Monheimern geht es vor allem darum, den besonderen Charme der Altstadt zu erhalten. Ihrer Ansicht nach tragen die Bäume erheblich zur Attraktivität des historischen Stadtkerns bei. Auch der 1991 aufgestellte "Draht de Triumph", der inzwischen komplett mit Efeu bewachsen ist, soll der neuen Gestaltung weichen, um eine Sichtachse zum ebenfalls im Umbau befindlichen Landschaftspark Rheinbogen zu schaffen.

Die "Maatplatzjecke" waren laut Stadtarchivar Michael Hohmeier damals die treibende Kraft hinter der Installation des Bogens. Anlass war das Ende der Pflasterarbeiten in der Altstadt, deren rote Klinkersteine bis heute das Erscheinungsbild prägen. Im Zuge der Neugestaltung der Plätze Kradepohl und Alter Markt soll eine neue Pflasterung her. Die Suche nach dem passenden Material ist vorbei. Planer und Gestaltungsbeirat haben sich auf den Naturstein Grauwacke geeinigt - einstimmig, wie Thomas Waters betont.

"Wir nehmen ja nicht völlig willkürlich die Bäume weg", betont der Stadtplaner mit Blick auf die Bürgerinitiative. Es sei zwar richtig, dass die Kugelakazien gefällt würden, allerdings sei zumindest in dem Bereich Spielmann, Jugendcafé und Zollhäuschen Ersatz geplant. Demnach sollen vor Ort einige neue Bäume mit hohen Kronen gepflanzt werden, die den dann vergrößerten Bereich der Außengastronomie aufwerten - ähnlich wie am Alten Markt.

"Richtig ist auch, dass wir die historischen Fassaden freilegen und Sichtbeziehungen in die Rheinaue schaffen wollen", sagt Waters. Dabei sei auch der Triumphbogen im Weg. Die Akazien am Biergarten "Zur Altstadt" fallen demnach ersatzlos weg: "Die Bäume sind ohnehin an der Grenze ihrer Lebenserwartung, aber noch ist die Planung nicht endgültig abgeschlossen."

Quelle: RP
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