| 19.08 Uhr

Monheim
Anwohner der Trasse haben Angst

Düsseldorf. Ob sie aus Hilden oder Erkrath zur Podiumsdiskussion nach Monheim gekommen waren – die Anwohner, die entlang der Bayer-Giftgasleitung wohnen, haben Angst. Angst davor, dass die Leitung durch einen Unfall oder ein Naturereignis beschädigt wird und CO austritt. Was passiert dann? Die vielen Wortmeldungen gaben diese Sorge wieder. Hier ein Auszug: Eine Hildenerin wollte wissen: wenn ein Leck entsteht, wie viel Gas geht in die Luft? Eine Frage, die die Bayer-Fachleute den immer wieder nachhakenden Zuhörern nicht befriedigend beantworten konnten. Auch wenn ein computergesteuertes Sicherheitssystem sofort Alarm schlage, an fünf Stellen Schieber die Leitung abdichteten und sie entleert werde, wisse man nicht, wie viel giftiges CO tatsächlich in die Luft gelange, so Pipeline-Projektleiter Werner Breuer. "Das System versucht, den Austritt zu minimieren." Ein Kinderarzt aus Hilden merkte an, dass die Diagnose einer CO-Vergiftung bei einem kleinen Leck sehr schwierig sei. Die Versorgung der Opfer sei kaum sicher gestellt. So gebe es für eine Beatmung im Liegen (24-Stunden-Dienst) in ganz NRW nur zwei Plätze. Ein Langenfelder kritisierte: "Sie haben immer nur das zugegeben, was nicht mehr zu vertuschen war."

Warum keine Betonleitungen wie in Holland verbaut werden, wollte ein Monheimer wissen. Weil die Erde ständig in Bewegung sei, erklärte Dr. Jürgen Hinderer, Chef-Ingenieur (BMS). Das sei keine sicherere Lösung als die Rohrleitung zwischen Dormagen und Uerdingen. Ein Zuhörer aus Duisburg erkundigte sich, wie Bayer es verantworten könne, die CO-Pipeline neben alten, korrosionsgeschädigten Rohren verlaufen zu lassen. An Kreuzungen, entgegnete Werner Breuer, werde der Zustand der Fremdleitung geprüft. Eventuell würden Teilstücke ausgetauscht oder repariert. "Was passiert bei einem schweren Erdbeben?", fragte eine Monheimerin. Die Erdbebensicherheit sei von externen Gutachtern mehrfach geprüft worden, betonte der Pipeline-Projektleiter.

Quelle: RP
 
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