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Langenfeld
Ara produziert Schuhe für die Welt

Langenfeld: Ara produziert Schuhe für die Welt
FOTO: Matzerath, Ralph (rm-)
Langenfeld. Die Schuhbranche hat zurzeit keinen leichten Stand. Das spürt auch die Langenfelder Ara AG. "Mit abnehmendem Fleischkonsum ist auch weniger Leder auf dem Markt", sagt Vorstandsmitglied Thomas Schmies (43). Und die für Sohlen oder Gummiteile benötigten Chemikalien würden in Dollar gehandelt, der zurzeit sehr stark ist. "Unter solchen Vorzeichen bemühen wir uns, vernünftige Qualität zu reellen Preisen anzubieten. Klar ist aber, dass sie allgemein in unserer Branche steigen werden." Von Stephan Meisel

Der Stammsitz auf dem 4000 Quadratmeter großen Eckgrundstück Hardt/Bergische Landstraße ist für die weltweit aktive Unternehmensgruppe von zentraler Bedeutung. Dort ist nicht nur die Verwaltung des Konzerns, der 2014 nach eigenen Angaben 587,6 Millionen Euro Umsatz machte. Schmies: "Von unseren 400 Beschäftigten sind etwa 40 technische und kreative Entwickler. Und etwa 100 sind in der Schuhherstellung tätig."

Trotz der produktionsstarken Zweigwerke im Ausland ist es für Ara laut Vorstandsvorsitzendem Maximilian Müller (62) sehr wichtig, dass weiterhin in Langenfeld Schuhe gefertigt werden. Täglich seien es etwa 1700 Paar. "Unsere Entwickler können mit ihrem am Computer entstandenen Entwurf eines neuen Schuhmodells direkt einen Prototyp herstellen lassen." Danach folgten Musterpaare für die Vertreter und je nach Nachfrage dann die Serienfertigung. "Die Produktion in Langenfeld ist uns aber auch wegen der Ausbildung von jährlich zehn jungen Leuten sehr wichtig", sagt Müller, der das Handwerk selber von der Pike auf gelernt hat. "Bis zu 140 unterschiedliche Arbeitsschritte sind für ein einziges Paar Schuhe nötig."

Ralf Schlachter (49) entwirft mit seinem Team die Modelle. "Aktuelle Trends spüren wir etwa bei Messen, in Ladenschaufenstern und im Internet auf." Nach der der technischen Übertragung der Formen aufs Leder beginnt in der Zuschneiderei das Handwerk. "Bei jedem Paar werden linker und rechter Schuh aus demselben Lederstück geschnitten", erklärt Ausbildungsleiter Thorsten August. "Das ist für die Qualität sehr wichtig."

Peter Stiewe (62) gehört zu den Zuschneidern, die mit geübtem Auge bis zu 60 Teile aus einem Lederstück herausholen; ähnlich Weihnachtsplätzchen aus ausgerolltem Teig. Kollegen in der Vorrichterei, Stepperei und Näherei stellen in zig Arbeitsgängen den Schaft her. Dieses Schuhoberteil wird auf einen Leisten gelegt, der Form, Größe und Breite bestimmt. Dann kommen die Sohlen drunter und Schmuckteile wie eine Schnalle oben drauf - fertig ist der Schuh.

Mit dem Standort in Langenfeld, zu dem der beliebte Lagerverkauf gehört, ist Ara laut Schmies "sehr zufrieden". Die Lage in Autobahnnähe und die gute Erreichbarkeit der Flughäfen sowie des Hafens in Rotterdam seien positiv, ebenso die vergleichsweise niedrige Gewerbesteuer. "Allerdings haben wir keinen Platz mehr für Erweiterungen."

Quelle: RP
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