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Monheim
Asbest verteuert Schulsanierung

Monheim: Asbest verteuert Schulsanierung
Der Rohbau des neuen Monheimer Schulzentrums am Berliner Ring wächst zügig in die Höhe. FOTO: RALPH MATZERATH
Monheim. Das neue Monheimer Schulzentrum am Berliner Ring wächst heran. Doch der Fund von Asbestfasern macht den Umbau aufwändiger als bisher mit mehr als 21 Millionen Euro geplant. Überwiegend ist die Monheimer Sekundarschule betroffen, das Gymnasium in einem deutlich geringeren Umfang. Von Petra Czyperek

Der Rohbau für das neue Schulzentrum am Berliner Ring wächst stetig in die Höhe. Ende August soll alles fertig sein, sagt Michael Lobe, Gebäudemanager im Monheimer Rathaus. Im Herbst können die Schüler dort einziehen. Bereits in einigen Wochen beginnen die zusätzlich notwendigen Umbauten im 1969 gegründeten Otto-Hahn-Gymnasium. Dann sind die Abiturprüfungen durch. Der Umbau soll Mitte 2019 abgeschlossen sein. Die Sekundarschule wird im Sommer 2018 folgen, wenn der neue Komplex fertig ist und er mit der Sekundarschule verbunden werden kann.

Weil sich jetzt herausgestellt habe, dass einzelne Bauteile im alten Bestand gering mit Asbestfasern belastet sind, die bei einem Umbau freigesetzt werden könnten, müssten diese zuvor entfernt werden, sagt Lobe. Das mache den Umbau aufwändiger und teurer, als bisher gedacht. "Überwiegend ist die Sekundarschule betroffen", erklärt der Gebäudemanager. Sie ist in dem vor über 40 Jahren erbauten Gebäude der ehemaligen Lise-Meitner-Realschule untergebracht. "Das Gymnasium ist in deutlich geringerem Umfang belastet", sagt Lobe.

Die Schadstoffe seien in sehr geringer Konzentration in den gespachtelten Fugen der Trockenbauwände gefunden worden. "Es handelt sich um Fasern, wie sie in Asbest vorkommen", weiß Lobe. Sie seien jedoch nicht vergleichbar mit den in den vergangenen Jahrzehnten in Gebäuden entdeckten Asbesten, da diese Baustoffe "schwach gebunden" waren, während die Fasern in den Wandspachtelmassen fest gebunden seien. "Das ist der entscheidende Unterschied", stellt der Fachmann fest. Eine Sanierungspflicht bestehe nicht. Eine Gesundheitsgefahr gehe von fest gebundenen Fasern ebenfalls nicht aus, da sie sich in der Wand befänden und nicht nach außen dringen könnten. Weil man beim Umbau aber Wände abreiße und umsetze, sollen alte Bauteile dort, wo es nötig ist, entfernt werden. Wo keine Wände geöffnet werden, wolle man die in den Bauteilen enthaltenen Fasern wahrscheinlich nicht sanieren, erläutert Lobe. In Monheim seien Sekundarschule und OHG die einzigen betroffenen Schulen. "In den anderen Schulen haben wir solche Fasern in Wandputzen nicht. Das haben wir vorsorglich untersucht", ergänzt er.

Bisher ging die Verwaltung von 21,57 Millionen Euro für den neuen Trakt und den Umbau aus. Das lässt sich jetzt nicht mehr halten. Wie teuer es wird, bleibt erstmal offen. Die zusätzlichen Kosten für die Schadstoffsanierung können in vollem Umfang erst nach einer Probesanierung ermittelt werden. Die soll zwar bald stattfinden. Ein Termin, wann der Umbau abgeschlossen ist, lässt sich aber noch nicht festlegen. Das werde im Laufe des Jahres ermittelt, erläutert Lobe. Eltern und Schulen seien informiert, das Gesundheitsamt ist eingebunden.

Während des Umbaus kommt es im Schulbetrieb zu vielen Verschiebungen der genutzten Räume. "Das ist mit den Schulen genau abgestimmt worden", erklärt Lobe. Folgende Maßnahmen sind geplant: Der naturwissenschaftliche Trakt des Gymnasiums kommt in den Neubau. Die alten Fachräume werden zu Klassen- und Aufenthaltsräumen. Die Verwaltung der Sekundarschule zieht in den Neubau um, die bisherigen Büros werden ebenfalls zu Klassenräumen. Bis zum Abschluss des Großprojekts sollen die Container auf dem Sportplatz stehen bleiben.

Die Politiker in den Fachausschüssen des Stadtrats für Schule und Sport sowie Jugendhilfe beraten am Mittwoch, 21. Februar, 18 Uhr, über den Umbaubeschluss. Der Rat entscheidet am 14. März.

Quelle: RP
 
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