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Langenfeld
Auf dem Fahrrad immer der Sonne entgegen

Langenfeld. Der Langenfelder Frank Zillich radelt mehr als 2000 Kilometer durch die USA und Mexiko - immer Richtung Süden. In der Umgebung seiner Heimat bietet er als Führer selbst Touren an. Von Ina Armbruster

Ein Rennrad, zwölf Kilo Gepäck und eine gute Kondition - mehr brauchte der Langenfelder Frank Zillich für seine Reise nicht. "Für diese Strecke benötigte ich eigentlich nicht einmal eine Straßenkarte. Es geht immer auf der Hauptstraße Richtung Süden, Alternativen gibt es nicht", erzählt er. Ende vorigen Jahres zog es den Langenfelder auf die "Carreterra Transpeninsular". Von Kalifornien aus ging es auf die mexikanische Halbinsel.

Nicht die erste große Tour, die Zillich auf dem Rad absolvierte. So war er bereits in Marokko unterwegs, in Chile und ist von San Francisco nach Los Angeles gestrampelt. Auf die Route durch Mexiko kam er eher zufällig. Ein amerikanischer Freund hatte ihm davon erzählt. "Als selbstständiger Betriebswirt habe ich im Alltag viel mit Zahlen zu tun, muss viel im Kopf behalten. Da wirkte es wie ein reizvoller Gegenentwurf, sich einmal dreißig Tage lang einer Straße anzuvertrauen, die immer geradeaus führt", erklärt er. Im Gegensatz zu seinen früheren Touren war er dieses Mal allein unterwegs. Eine neue Erfahrung für ihn: "Man zieht sich irgendwann in die Bewegung zurück", beschreibt er das Gefühl. Auch wenn er auf andere gewirkt haben mag, wie ein rollender Emerit, habe er das selbst nie so empfunden. "Ich wusste immer, dass ich irgendwann irgendjemanden treffe, mit dem ich mich unterhalten kann."

Wie die drei jungen Belgier, die bereits seit fünf Monaten auf dem Rad unterwegs waren. Zwei Tage lang ist Zillich mit der Gruppe geradelt. Oder die vier Stuttgarter auf dem Weg von Alaska nach Feuerland. Doch im Endeffekt entwickelte er sein eigenes Tempo - und zwar ein schnelles. Denn in Mexiko war er mal nicht mit einem Tourenrad und schwerer Campingausrüstung unterwegs, sondern mit dem Rennrad und leichtem Gepäck. 100 Kilometer pro Tag hat er im Schnitt zurückgelegt durch eine Landschaft mit dem Pazifik auf der einen und zum Teil endlos scheinenden Kakteenfeldern auf der anderen Seite.

"Irgendwann kreisen die Gedanken nicht mehr um die großen Probleme des Lebens, sondern nur noch um das, was wirklich zählt. Die Hälfte der Zeit denkst du daran, was du als nächstes isst", erinnert sich Zillich. Für ihn geht die Radsaison jetzt wieder los. Sein Rennrad hat er aus der Reparatur geholt und erkundet nun wieder die Strecken rund um Langenfeld. Die nächste Fernreise ist bereits geplant: Ende des Jahres geht es nach Kuba.

Quelle: RP
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