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Zugabe Unser Senf Zum Wochenende
Auf dem richtigen Weg

Langenfeld. Der Bürgermeister bleibt bei seiner Meinung - das wurde während der Bürgerversammlung in der OHG-Aula immer wieder deutlich. Doch jetzt nimmt der Peto-Politiker die Menschen in seiner Stadt und auch die Ratsfraktionen der anderen Parteien auf dem Weg dorthin endlich mit.

Auf die Frage eines Teilnehmers, ob der geplante Bau von zwei Moscheen und die dafür vorgesehene Überlassung von zwei Grundstücken schon beschlossene Sache sei, antwortet Daniel Zimmermann: "Nein, ich habe einen Vorschlag gemacht. Es braucht einen Ratsbeschluss. Ich werbe aber für diese Idee". Das klingt nach einer Kehrtwende bei den Umgangsformen - und einem vorsichtigen Neuanfang.

Denn vor zwei Wochen stellte er den Journalisten das Projekt noch recht selbstbewusst vor. Ein Ratsbeschluss schien - so klang es jedenfalls heraus - nur Formsache zu sein. Schließlich hat die Peto-Fraktion im Stadtrat die absolute Mehrheit. Doch das Moschee-Projekt hat eine andere Dimension als etwa die Fällung der Kugelakazien in der Altstadt. Das zeigten die geballten Reaktionen in den sozialen Netzwerken und in der - auch überregionalen - Presse rasant. Muslimischen Gemeinden Grundstücke von 4100 und 3500 Quadratmetern kostenfrei zu überlassen - so etwas hat es noch nicht gegeben. Es wird teilweise die Rechtmäßigkeit des Vertragsentwurfes angezweifelt. Auch der Landrat prüfe derzeit noch einmal, ob es zulässig sei, heißt es. "Es ist erlaubt, weil wir bestimmte Ziele damit verfolgen", sagt der Bürgermeister. Und mit Blick auf die Zuhörer: "Die Stadt kann das tun. Ob wir wollen, das sollen Sie entscheiden." Da der Stadtrat - anders als zunächst vorgesehen - am kommenden Mittwoch noch kein Votum fällen wird, ist auch die dringend notwendige Zeit für Gespräche mit den muslimischen Gemeinden und den Fraktionen da. Alle können gemeinsam den tatsächlichen Bedarf analysieren und auch die Grundstücksfrage noch einmal sachlich beleuchten. Vielleicht gibt es im Anschluss eine zweite Bürgeranhörung?

Sicher, das dauert. Doch bei einem Projekt dieser Größenordnung ist das genau der richtige Weg.

petra.czyperek@rheinische-post.de

Quelle: RP
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