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Mein Tag
Aus Liebe zur Natur immer an der frischen Luft

Langenfeld. Doris und Hans Tillmanns haben eine gesunde Gesichtsfarbe. "Wir sind hier viel an der frischen Luft, auch wenn es nicht so warm ist wie gerade." Seit fast 20 Jahren steht ihr Wohnwagen mit einem geräumigen Vorzelt auf dem Baumberger Campingplatz. Als die beiden 67-Jährigen noch berufstätig waren, kamen sie nur an den Wochenenden von Remscheid an den Rhein. Doch seit 2010 sind sie von März bis Oktober fast ununterbrochen dort. "Wir sind nur zu Hause im Bergischen, wenn ich die Wäsche waschen muss, oder ich mich um mein Enkelkind kümmere", sagt Doris Tillmanns. Den Platz haben die Eheleute zufällig bei einer Fahrradtour entdeckt. Um die Atmosphäre zu testen, machten sie zunächst einmal Zelturlaub auf der weitläufigen Anlage. "Wir sind im Urlaub nie in Hotels gewesen. Da ist man an feste Frühstückszeiten gebunden. Das ist nicht unsere Sache", bekundet die Camperin. Auch Tochter Kerstin war begeistert. "Noch im selben Jahr haben wir uns einen Wohnwagen gekauft."

Den 220 Quadratmeter großen und etwas höher gelegen Stellplatz neben einer Birke haben sie sich unter verschiedenen Stellplätzen gezielt ausgesucht. Hinter der angrenzenden Hecke verläuft der Spazierweg von der Fähre Urdenbach - Zons nach Baumberg. Es gucken schon mal Spaziergänger zu ihnen rüber, und die Kinder fragen: "Was machen die Leute da?" Wenn deren Eltern antworteten: "Die machen Camping, weil die kein Geld für richtigen Urlaub haben", geht Doris Tillmans regelmäßig in die Luft. "Manchmal sage ich dann auch was dazu!" Viele wüssten einfach nicht, wie schön es in der Natur sei. Nachmittags geht das Ehepaar oft zum Fluss, setzt sich auf Klappstühle und lässt die Füße im Wasser baumeln: "Camping ist ein ganz besonderes Lebensgefühl", findet die Seniorin. Wichtig: Man sollte kommunikativ sein. Immer mal wieder komme einer der Nachbarn, um ein Schwätzchen zu halten. 300 feste Stellplätze gibt es. "Wir haben viel Arbeit in unsere Parzelle gesteckt", sagt Hans Tillmanns und zeigt Fotos von den Anfängen. Der Stellplatz musste komplett umgegraben, dichte Büsche und wucherndes Gestrüpp entfernt werden. Trotzdem ist auch heute immer etwas zu tun. "Wir haben die Terrasse schon zweimal neu gefliest", sagt er. Und wenn das Hochwasser zurück geht, muss immer etwas repariert werden. Im Oktober, wenn der Platz schließt, wird der Wohnwagen untergestellt. "Im März sind wir dann aber wieder da", sagt Doris Tillmanns." pc

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Quelle: RP
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