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Kreis Mettmann
Ausbildung: Mit Hartnäckigkeit zum Wunschjob

Kreis Mettmann. Ein Sonderprogramm für junge Leute soll zum Rückgang der Arbeitslosigkeit im August beigetragen haben. Von Paul Köhnes

Antonio Corciulo (18) hat es geschafft. Vor fünfeinhalb Wochen begann seine Ausbildung zum Maschinen- und Anlagenführer bei der Firma Mies in Heiligenhaus. "Es läuft gut, und die Arbeit macht Spaß", sagt er. Und genau weil das so ist, bekamen der Azubi und sein Lehrherr Peter Mies gestern Besuch vom Chef der Bundesagentur für Arbeit Mettmann, Marcus Kowalczyk und von Jürgen Vater, einem Arbeitsvermittler der Agentur, der vor knapp einem Jahr Sonderaufgaben übernommen hat.

Den Experten geht es um den "Endspurt auf dem Ausbildungsmarkt, der noch nicht abgeschlossen ist", wie Kowalczyk sagt. Zwar liegt die Quote der arbeitslosen jungen Leute zwischen 15 und 25 Jahren mit 5,9 Prozent kreisweit niedriger als die Arbeitslosenquote insgesamt im August (6,8 Prozent kreisweit (Vorjahr: 6,9); Langenfeld 5,3, Monheim 7,5 Prozent), doch am Ende aller Wünsche ist man damit längst nicht.

Wohl aber um die Erkenntnis reicher, dass Sonderprogramme, wie sie Jürgen Vater betreut, messbaren Nutzen bringen. So wie für Antonio Corciulo. Vor knapp einem Jahr übernahm Vater - zusammen mit zwei weiteren Vermittlern - die Zusatzaufgabe als "Ausbildungsakquisiteur". Dazu gehört die besondere Betreuung von etwa 30 Bewerbern pro Berater, die im Regelfall von der Berufsberatung vorgeschlagen werden. In Antonios Fall sah das so aus: Er hatte nach seinem Hauptschulabschluss rund 70 Bewerbungen geschrieben - und danach nichts mehr von ihnen gehört. "Wir haben uns gemeinsam die Unterlagen angesehen. Die Schulnoten waren nicht so doll - und die Bewerbungsmappen brauchten Schliff", so Vater. Gemeinsam wurde überlegt, welcher Job passen könnte. Und es galt, die Frage nach persönlichen Stärken zu klären. "Ich komme gut mit den Kollegen aus", so sagt Antonio selbst. Teamfähigkeit kann man das auch nennen. Und Personalchef Natascha Reichert bescheinigt ihm "zielstrebiges Auftreten". Am Ende war Antonio unter 60 Bewerbern bei der Firma Mies - alle wollten den Ausbildungsplatz in der Aluminium-Gießerei, Antonio bekam ihn, gehört jetzt zum Team aus 30 Mitarbeitern und drei Azubis. Die Personalchefin hatte Peter Mies vorgeschlagen, den jungen Velberter einzustellen. "Er ist einfach konsequent am Ball geblieben, als er hörte, er sei in die nähere Auswahl gekommen." Das sei nicht alle Tage bei allen Bewerbern so. Mies sagte es mit leichtem Augenzwinkern in Richtung seines neuen Mitarbeiters so: "Sie wären auch ein guter Verkäufer geworden - bei Ihrer Hartnäckigkeit." Und ganz ohne Augenzwinkern in Richtung Gäste: "Das ist ein guter Junge, der bei uns seinen Weg machen wird." Während der Ausbildung wird der Kontakt zu Berater Vater gehalten - besonders mit Blick auf den Besuch einer Berufsschule. Kowalczyk geht davon aus, dass sich das Akquiseprojekt der Agentur weiter herumsprechen wird.

Quelle: RP
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