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Monheim
Ausleihe in Bücherei läuft jetzt elektronisch

Monheim: Ausleihe in Bücherei läuft jetzt elektronisch
Gestern wurde die Selbstverbuchungsanlage in der Bibliothek eröffnet: Lisa Frenzel (vorne) mit Stefani Frenzel und Martin Führer (hinten). FOTO: RALPH MATZERATH
Monheim. Gestern wurden drei Selbstverbuchungs- und zwei Rückgabeterminals offiziell in Betrieb genommen. Ohne Ausweis kann jetzt niemand mehr Medien ausleihen. Kosten des RFID-Projektes: 150.000 Euro. Von D. Schmidt-Elmendorff

"Ich denke, ich tippe mal auf ,Ausleihe'", sagt Ute Engelhardt, als sie mit zwei Büchern vor dem Selbstverbuchungs-Terminal steht. Auf Anweisung des Computers legt sie ihren Ausweis in den roten Strahl. Es piept. Sie legt ihre beiden Bücher auf die Readerplatte, so dass deren Transponder (mit Chip und Antenne) von dem Computer erfasst werden können. Grünes Licht. Jetzt noch die Quittung. "Ist ja ganz einfach", sagt sie ein bisschen erleichtert. Alle zwei Wochen besucht sie die Bücherei, um sich gehobene Literatur und Reiseliteratur auszuleihen. "Sie wählen gut aus", sagt sie anerkennend zu Martin Führer, dem Leiter der Monheimer Bücherei.

Seit gestern geht die Stadtbibliothek nun auch technisch mit der Zeit. Drei Terminals zur Selbstverbuchung und zwei Rückgabestellen - eine für die Rund-um-die-Uhr-Öffnung - wurden in Betrieb genommen. Für die Rückgabe muss man erst das Türchen öffnen und dann jeweils die Medien einzeln in das Gerät legen. Mit einem Förderband werden diese dann hinter den Bücherei-Kulissen weitertransportiert und nach Eltern-, Kinderliteratur und audiovisuellen Medien vorsortiert. "Um das RFID-Etikett mit dem Transponder aufzukleben, mussten wir jedes der 40.000 Medien einzeln anpacken", sagt Führer. Neben dem Ausgang befindet sich ein hauseigener Trödel mit Büchern, die bei dieser zwangsweisen Inventur aussortiert wurden, darunter "Unter Geiern" von Karl May und Bücher von Akif Pirincci.

Das RFID-Projekt sei der erste Schritt zu einer anderen Kundenwahrnehmung, sagt Führer. Die Ausleihe spiele heute eine geringere Rolle als die Funktion der Bücherei als Aufenthaltsort. "Wir haben 45.000 Besucher im Jahr." Die größte Sorge der Kunden sei daher gewesen, dass die elektronische Selbstverbuchung als Vehikel benutzt werden könne, die Mitarbeiterzahl zu reduzieren. "Hier wird keine Stelle eingespart", betont Führer. Die lange Theke soll aber in einen Infopoint umgewandelt werden. Tatsächlich mussten gestern noch einige Kunden die Gesichtskontrolle passieren, um Medien ausleihen zu können. Sie hatten ihren Leseausweise vergessen. "Ohne Ausweise läuft hier nichts mehr", so der Bibliotheksleiter. Demnächst würden auch alle Nutzer neue, professioneller aussehende Ausweise erhalten.

Über den Selbstverbuchungsterminal kann man auch Einblick in sein Nutzerkonto nehmen, nachgucken, wie viele Medien man bereits ausgeliehen hat, wann sie fällig sind, ob man schon seine Abgabefrist überschritten hat und Gebühren angefallen sind. Über einen Button kann man die ausgeliehenen Medien auf dem Konto verlängern.

Insgesamt 150.000 Euro hat die Anschaffung der Terminals gekostet. Das Architektenkonzept, das die Lösung für einige Raum-Probleme, wie etwa die Hellhörigkeit des Schülerzentrums oder des Gaming-Bereichs liefern soll, liegt indessen noch nicht vor. Unabhängig davon, ob es am Ende auf einen anderen Standort hinausläuft: "Wir wollen im Umfeld des Berliner Viertels bleiben", sagt Führer. Und immerhin seien ja die neuen Terminals mobil.

Quelle: RP
 
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