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Langenfeld
Ausstellung zeigt Kreis als modernen Dienstleister

Langenfeld: Ausstellung zeigt Kreis als modernen Dienstleister
Kreisarchivar Joachim Schulz-Hönerlage, Langenfelds Bürgermeister Frank Schneider und Landrat Thomas Hendele (v.l.) eröffneten die Schau. FOTO: Matzerath
Langenfeld. An der Auswahl wurde mit Hilfe vieler Archive fast zwei Jahre lang gearbeitet. Heute gibt es einen Stand auf dem Markt. Von Martin Mönikes

Das 200-jährige Bestehen des Kreises Mettmann wurde im April gefeiert. Die zu diesem Anlass von Kreisarchivar Joachim Schulz-Hönerlage als "Wander"-Ausstellung konzipierte Präsentation mit 23 übersichtlichen Schautafeln gastiert bis Mittwoch, 28. September, in der Schalterhalle der Stadt-Sparkasse.

Bei der offiziellen Eröffnung begrüßte Bürgermeister Frank Schneider Landrat Thomas Hendele, der in seinem geschichtlichen Rückblick einen Bogen vom Wiener Kongress (der Rheinland zu Preußen mit seiner Landkreisstruktur brachte) bis zu den letzten heftigen Neugliederungsdiskussionen in den 1970er Jahren des vorigen Jahrhunderts schlug. In deren Folge wurde der Rhein-Wupper-Kreis (Sitz in Opladen) zerschlagen, und Langenfeld und Monheim wurden die jüngsten Mitglieder der aktuellen Kreisgemeinschaft. Die Aufgaben der Kreise sind in 200 Jahren fast gleich geblieben. Damals wie heute standen Infrastruktur (Straßen, Bahnlinien), Sicherheit sowie Schul- und Gesundheitswesen im Focus. Erhalten blieb bis heute auch eine andere Sorge: Die gut organisierten und vergleichsweise wohlhabenden Kreise und Städte weck(t)en die Begehrlichkeiten ihrer großstädtischen Nachbarn. Die Ausstellung zeigt neben den historischen Aspekten das Bild des heutigen Kreises als "neanderland" und modernen Dienstleister. Hendele erinnerte daran, dass der Kreis ME mit rund 485.000 Einwohnern einer der größten deutschen Kreise und der steuerstärkste des Landes NRW ist. Schulz-Hönerlage beschrieb die Idee und Struktur der Ausstellung, an der mit Hilfe vieler Archive fast zwei Jahre gearbeitet wurde. Wichtig sei es gewesen, die 200 Jahre auf die herausragenden Themen und Wendepunkte zu konzentrieren. Zur Erheiterung trug der Archivar mit Zitaten aus den damaligen Regeln der preußischen Regierung für die Landräte bei, "sie sollten den Blick aufs untere Volk richten" oder wurden angehalten "ihre Dienstgeschäfte mündlich zu regeln".

Langenfeld ist in der Präsentation mehrfach ausdrücklich erwähnt. Die Sammlung alter Postkarten um die Jahrhundertwende zeigt eine Karte mit Ansicht der Martinuskirche als "Gruß aus Richrath" und eine Karte mit Ansichten des LVR-Klinikverwaltungsgebäudes und des Bahnhofs. Im Rückblick auf die Zeit des Nationalsozialismus wird u.a. an die Erschießung der Gefangenen in der Schlucht am Wenzelnberg im April 1945 erinnert. In der Liste der Landräte findet der Besucher auch den Langenfelder Wilhelm Helf, von 1964 bis 1974 den Rhein-Wupper-Kreis führte.

Heute können sich die Langenfelder an einem Sonderstand auf dem Wochenmarkt über das Kreis-Jubiläum informieren. Gegen eine Spende für den Förderverein neanderland Kultur dürfen sie eine Ausfertigung des vom Düsseldorfer Künstler Jacques Tilly anlässlich des Jubiläums entworfenen großen "Wimmelbilds" mitnehmen. Er zeigt darin u. a. Skizzen des Traditionspaares, der Mack-Stele, der Markthalle, der Martinskirche und der Wasserburg Haus Graven.

Quelle: RP
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