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Monheim
Auto erfasst Jungen an Verkehrsinsel

Monheim: Auto erfasst Jungen an Verkehrsinsel
Die Unfallstelle. Mit Sprühkreide hat die Polizei Markierungen auf der Fahrbahn gemalt, um die Unfallstelle vermessen zu können. FOTO: rm-
Monheim. Neunjähriger bei Unfall an der Oranienburger Straße schwer verletzt. Kita-Eltern fordern dort seit langem Zebrastreifen. Von Stephan Meisel

Auf dem Weg zur Schule ist gestern gegen 7.45 Uhr ein neun Jahre alter Junge von einem Auto erfasst und schwer verletzt worden. Nach Polizeiangaben hatte er mit seinem Tretroller die Oranienburger Straße an der Verkehrsinsel vor der Kindertagesstätte Max und Moritz überqueren wollen. Dabei sei der Schüler, "ohne auf den fließenden Verkehr zu achten", nach links auf die Fahrbahn gerollt. Die Fahrerin eines Renault Espace konnte laut Polizei trotz Vollbremsung einen Zusammenstoß nicht verhindern. Nach notärztlicher Erstversorgung brachte ein Rettungswagen den Neunjährigen in ein Krankenhaus. Der Unfall ereignete sich genau an der Stelle, für die Kita-Eltern seit langem einen Zebrastreifen fordern.

"Das ist sehr traurig und macht mich richtig wütend", meinte Sabrina Scheik, als sie von dem Unfall hörte. Im Bürgermonitor unserer Redaktion hatte die im Elternrat der Kita engagierte Monheimerin im Januar beklagt, wie gefährlich dieser Übergang für Kinder sei. Tempo 30 ist auf der Oranienburger Straße erlaubt, doch nach dem Eindruck der Kita-Eltern halten sich viele Autofahrer nicht an dieses Limit und bremsen auch dann nicht vor der Verkehrsinsel ab, wenn dort erkennbar Kinder die Fahrbahn überqueren möchten. Wenn sie ihre beiden Sprösslinge morgens zu Fuß zur Kita bringt und sie dort am Fahrbahnrand stehen, müssten sie lange warten, bis dort ein Auto hält. "Das sind dann meistens andere Kita-Eltern."

Wie andere Mütter und Väter der von 120 Kindern besuchten städtischen Kita fordert Sabrina Scheik als Überquerungshilfe Zebrastreifen anzubringen. "Nur dann müssen Autofahrer auch halten." Weil die Verkehrsinsel die Fahrspur verengt, rasten Autos obendrein ganz nah am Bürgersteig mit wartenden Kindern vorbei. Im Bürgermonitor der RP hatte Stephanie Augustiniok von der Stadtverwaltung im Januar gesagt, dass das Ansinnen der Kita-Eltern geprüft werde. Ein Zebrastreifen an der Verkehrsinsel sei denkbar, doch müsse an repräsentativen Tagen gezählt werden, wie viele Menschen an dieser Stelle die Oranienburger Straße überqueren.

Fachbereichsleiter Andreas Apsel sagte hierzu gestern auf Anfrage, dass für kommende Woche eine Zählung anberaumt sei. "Wir wollten dies bewusst nach den Herbstferien machen, um im Normalbetrieb vernünftige Zahlen zu bekommen." Die Frage, ob ein Zebrastreifen vor der Kita tatsächlich sinnvoll ist, mochte Apsel bis dahin nicht beantworten. "Zebrastreifen können Fußgängern auch eine trügerische Sicherheit vortäuschen." Es gebe manche solcher Negativbeispiele in anderen Städten - und auch in Monheim. So sei an der Rheinpromenade in Höhe des Deusserhauses "die Akzeptanz bei vielen Autofahrern gering. Der Zebrastreifen ist kein Allheilmittel! Wenn die Frequenz von Fußgängern dort nur gering ist, nimmt der Autofahrer sie nicht wahr, weil er denkt: ,Dort geht sowieso nie jemand drüber.'"

Die Kita-Eltern sehen solch eine Situation für die Oranienburger Straße als nicht gegeben an. Zumal laut Scheik das Überqueren an der Verkehrsinsel auch dann gefährlich sein könne, wenn ein Autofahrer anhält, der Gegenverkehr aber nicht. "Wenn die Stadt viel Geld für die optische Verschönerung von Straßen ausgibt, sollten auch die weißen Striche für mehr Sicherheit machbar sein!"

Quelle: RP