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Langenfeld
Awo-Heim verabschiedet seine Leiterin

Langenfeld. Die langjährige Leiterin des Karl-Schröder-Hauses der Awo, Christa Reinders, geht in den Ruhestand. Von Martin Mönikes

Nach mehr als 46 Berufsjahren, davon 30 Jahren in der Altenpflege, geht Christa Reinders (63) in den Ruhestand. Thomas Kaczmarek, der Geschäftsführer der Awo-Niederrhein-Seniorendienste, wird die Leiterin des Awo-Seniorenzentrums in Langfort am Montag, 20.April, offiziell verabschieden. Nach einer zunächst kaufmännischen Ausbildung sattelte die Essenerin in den 80er Jahren um, "ich wollte mehr unmittelbar mit Menschen zu tun haben", sagt sie. Hilfsbereitschaft, die Freude daran, sich um andere zu kümmern, waren vielleicht genetisch angelegt. "Als ältestes von fünf Kindern wuchs ich da hinein, schon als 14-jährige ging ich freiwillig sonntags zur Hilfe ins Krankenhaus", erinnert sich die 63-Jährige.

Die Ausbildung zur examinierten Altenpflegerin, die Arbeit im Anerkennungsjahr in einem Altenkrankenhaus empfindet sie rückwirkend als prägend. Die notwendige Auseinandersetzung mit Krankheit, Älterwerden und Tod half ihr, sich als Persönlichkeit weiter zu entwickeln. 1986 bewarb sie sich mit Erfolg bei der Awo. Über Einrichtungen in Velbert, Duisburg und Moers und zunehmend wachsender Verantwortung in Leitungsfunktionen in Wohnbereichen, im Pflegedienst und als Heimleiterin kam sie vor zwölf Jahren als "Chefin" nach Langenfeld.

Der Standort mit 112 Heim- und 14 Tagespflegplätzen brauchte nach vielen Fluktuationen in der Leitungsebene jemand, der Erfahrung hatte und Kontinuität versprach. Von Langenfeld hatte Christa Reinders vorher noch nie gehört, die überzeugte Ruhrgebietlerin erkannte allerdings schnell "den Charme der hübschen Kleinstadt". "Wir haben in dieser Zeit ein Haus geschaffen, in dem sich die Bewohner und Mitarbeiter wohlfühlen", zieht sie ein Fazit. "Die Wohnatmosphäre, das familiäre Miteinander, prägen diese Einrichtung". Es sind viele Puzzleteile, die zusammenwirken, die umfangreichen Renovierungen, die mit großem Engagement der Mitarbeiter liebevoll und unterschiedlich gestalteten Wohnbereiche. Dazu gehörte auch ständige Sponsorensuche, "die in einer kleinen Stadt eher gelingt, aber eine gute Vernetzung erfordert". Die Zusammenarbeit mit Rat und Verwaltung, der Awo und den übrigen Wohlfahrtsverbänden funktioniert in Langenfeld traditionell ohne Probleme, lobt sie das Umfeld.

30 Jahre erlauben einen grundsätzlichen Rückblick. "Damals gab es einzelne demente Bewohner, die meisten konnten mobile Angebote nutzen. Wir machten Ausflüge, Urlaube, von den Bewohnern selbst organisierte Feste". Die Bürokratie ist gewaltig gewachsen, Anträge, Dokumentationen, Berichte. Vor der Pflegeversicherung reichten Inkontinenz oder Rollstuhlbedarf für die Pflegestufe III. Die Kriterien sind erheblich verschärft. Der Personalschlüssel blieb in 30 Jahren gleich. "Zeitaufwändigere Pflege, mehr Bürokratie - die Zeit fehlt für die menschliche Betreuung".

Manja Sunkel, die bisherige Geschäftsführerin der Awo-Sozialstation, wird seit Jahresbeginn als Nachfolgerin von Christa Reinders selbst eingearbeitet. Sie selbst hat ab Mai mehr Zeit für Tennis, Malen, Reisen, Radeln und Gartenarbeit.

Quelle: RP
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