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Langenfeld/Monheim
Banken warnen: Falschgeld im Umlauf

Woran erkenne  ich "falsche Fuffziger"?
Woran erkenne ich "falsche Fuffziger"? FOTO: ddp
Langenfeld/Monheim. Sie sind auch im hiesigen Handel angekommen: falsche Fünfziger und Zwanziger - die meistgefälschten Banknoten. Von Thomas Gutmann und Alexandra Rüttgen

Zahlt ein Kunde mit einem Fünfhunderter dann notiert sich die Langenfelder Tankstellen-Betreiberin vorsichtshalber immer das Autokennzeichen. "Bei kleineren Scheinen mache ich das natürlich nicht - und bin vor ein paar Wochen prompt drauf reingefallen", erzählt die Geschäftsfrau aus dem Stadtsüden. Unter den Tageseinnahmen, die sie abends zur Bank brachte, befand sich ein falscher Zwanziger. "Auf dem bin ich dann sitzengeblieben - zum Glück das erste Falschgeld überhaupt, das man mir in vielen Jahren untergejubelt hat."

In Deutschland sind nach Angaben der Bundesbank mehr "Blüten" im Umlauf. Sie hat in den ersten sechs Monaten dieses Jahres rund 50 500 falsche Euro-Banknoten im Wert von 2,2 Millionen Euro registriert. Die Zahl der Fälschungen stieg damit im Vergleich zum zweiten Halbjahr 2014 um 31 Prozent. Das macht sich auch im Kreis Mettmann bemerkbar: Genaue Zahlen veröffentlicht die Polizei zwar erst in ihrer Bilanz Ende des Jahres, "aber auch wir liegen in dem bundesweiten Trend", sagt Nicole Rehmann, Pressesprecherin der Mettmanner Behörde.

Die Stadt-Sparkasse Langenfeld bestätigt den Trend ebenfalls - auch wenn das Ausmaß im Jahresvergleich noch offen ist. "Im vergangenen Jahr hatten wir insgesamt 18 Fälle, in denen Falschgeld aufgetaucht ist. Dieses Jahr haben wir aktuell schon 18 Fälle, sodass man also von einem leichten Anstieg sprechen kann", sagt Andreas Lüling, der bei der Sparkasse die Kundenbetreuung leitet.

Aufgefallen sind diese Fälle bei der Echtheitsprüfung, wie sie für Banken hierzulande vorgeschrieben ist: Die Scheine durchlaufen Prüfgeräte oder entsprechend ausgerüstete Zählautomaten. Deshalb sind laut Lüling Falschgeld-Abhebungen an Geldautomaten oder Bankschaltern ausgeschlossen. Anruf-Betrüger erbeuteten kürzlich von einer Velberterin einen fünfstelligen Betrag mit der Behauptung, diese habe bei der letzten Abhebung Falschgeld erhalten. Die Polizei warnt vor derlei Anrufen angeblicher Bankmitarbeiter. Und auch Lüling rät, obgleich sein eigenes Haus einen derartigen Fall noch nicht hatte: "Sollte jemand einen solchen Anruf erhalten, sollte er auf jeden Fall sofort die Polizei alarmieren."

Neun Fälle von tatsächlichem Falschgeld zählte die Raiffeisenbank Rhein-Berg mit Sitz in Monheim bislang seit Januar. "Das ist kein Wert, der sich von anderen Jahren sonderlich abhebt", sagt Christopher Bodden, Leiter der Internen Revision. Um sich vor Blüten zu schützen, raten die Geldhäuser neben möglichst viel bargeldlosem Zahlen, sich mit den Sicherheitsmerkmalen der Euro-Scheine vertraut zu machen (siehe Infobox). Dabei sollte man nicht nur bei größeren Werten vorsichtig sein, unterstreicht Lüling: "Gerade 50- und 20-Euro-Scheine werden häufig gefälscht." Laut Bundesbank machen sie 82 Prozent des Falschgeldaufkommens in Deutschland aus. Bodden erinnert daran, dass leer ausgeht, wer sich eine Blüte hat andrehen lassen: "Für Falschgeld gibt es keinen Ersatz."

Dem Einzelhandel und anderen Geschäftskunden empfehlen die Banken die Anschaffung eines Prüfgeräts. Viele arbeiten mit UV-Licht, das bestimmte Fasern in der Banknote (falls echt) in verschiedenen Farben leuchten lässt. Die günstigsten Geräte sind für 30 Euro zu haben, inklusive Zählfunktion können sie 800 Euro und mehr kosten.

Quelle: RP
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