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Langenfeld/Monheim
Bau von Windrädern ist weiter feste Zielvorgabe

Langenfeld/Monheim: Bau von Windrädern ist weiter feste Zielvorgabe
FOTO: Matzerath/Archiv
Langenfeld/Monheim. Nach der Aussage von Bürgermeister Schneider, man werde sich von den Standorten in Berghausen endgültig verabschieden, hatten Grüne und SPD eine Sondersitzung des Planungsausschusses veranlasst. Von Stephan Meisel

Der Bau einer Windkraftanlage (WKA) auf Langenfelder Gebiet ist fester Bestandteil des im Stadtrat beschlossenen Klimaschutzkonzepts. Und das soll auch so bleiben, bekräftigten die Politiker im Planungsausschuss. Die Sondersitzung hatten Grüne und SPD nach der Aussage von Bürgermeister Frank Schneider (CDU) veranlasst, man werde sich von zwei geplanten Windrad-Standorten in Berghausen an der Ortsgrenze zu Monheim "endgültig verabschieden". Als Argumente nannte der Bürgermeister die zu beiden Standorten geäußerten Bedenken der Bezirksregierung in Sachen Trinkwasserschutz sowie erste Erkenntnisse eines noch nicht fertigen Artenschutzgutachtens.

Nein, er habe keinen Ratsbeschluss vorweggenommen, entgegnete der von Grünen und SPD wegen dieser Äußerung attackierte Schneider in der Sitzung. "Als Chef der Stadtverwaltung steht es mir aber zu, eine Empfehlung auszusprechen." Nämlich die, dass sich die beiden Standorte südlich der Wasserski-Anlage beziehungsweise nahe des A 59/A 542-Autobahnkreuzes nicht verwirklichen lassen.

Wie Stadtplaner Stephan Anhalt erläuterte, sollen nach dem Artenschutzgutachten nahe der Wasserskianlage mehrere Fledermausarten leben. "Beobachtet wurden auch Baumfalken, die im Strommast brüten." Alle diese Arten seien nach Europarecht besonders geschützt. Um die Brutstätte eines Baumfalken gelte ein Schutzradius von 500 Metern. "Daher wäre die geplante Windkraftanlage östlich der A 59 nicht zulässig." Wegen der Fledermäuse könnten auch zwei der drei auf Monheimer Seite vorgesehenen Windräder nur mit massiven Einschränkungen vor und nach Sonnenuntergang betrieben werden, die wiederum die Wirtschaftlichkeit verminderten. Dazu kommen bei beiden Langenfelder WKA-Standorten erhebliche Bedenken der Bezirksregierung wegen der Lage in der Trinkwasserschutzzone. Dort sei eine WKA zwar grundsätzlich zulässig, doch müsse wegen der Brunnen des Verbandswasserwerks (VWW) Langenfeld-Monheim eine Bodenverunreinigung ausgeschlossen werden. Doch ein Gutachter habe das Risiko beschrieben, dass Schmierstoffe ins Grundwasser gelangen könnten.

Schneiders Aussage zur so begründeten Abkehr von Windrädern in Berghausen sei keineswegs nur eine Empfehlung an den Stadtrat gewesen, befand Joachim Herzig (SPD) in der Sitzung. "Er hat sehr wohl verkündet, dass dorthin keine Windräder kommen werden." Kritik am Verfahren übte Dr. Günter Herweg (Grüne): "Warum wird uns das Artenschutzgutachten nicht vorgelegt?" Das habe auch die Stadtverwaltung noch nicht, entgegnete Schneider. Der Zwischenbericht sei in der Arbeitsgemeinschaft Bergwind gegeben worden, in der die Langenfelder Stadtwerke mit anderen Energieversorgern die Möglichkeiten von Windkraft ausloten. "Das Gutachten wird erst im Juni vorgelegt", sagte Kersten Kerl, der als Chef sowohl der Stadtwerke als auch des VWW nach eigenen Worten hin- und hergerissen ist. "Wir sind für den Bau von Windrädern, aber wegen der Risiken auf keinen Fall in der Trinkwasserschutzzone."

Entschieden sei nichts, betonte der Ausschussvorsitzende Georg Loer (CDU). Ob zusätzlich zur Konzentrationszone im Reusrather Süden (siehe Infobox) weitere Standorte möglich sind, werde nach Vorlage aller Stellungnahmen ab Herbst im Stadtrat beraten. "Bis auf die BGL wollen alle Parteien Windkraft in Langenfeld ermöglichen."

Quelle: RP
 
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