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Kreis Mettmann
Bauern kritisieren Milchpreise

Kreis Mettmann. "Die Preise sind jenseits der Schmerzgrenze", sagt Martin Dahlmann.

Vor dem "Milchgipfel", zu dem Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt am nächsten Montag geladen hat, haben die Bauern einen Katalog an Forderungen aufgestellt. "Es muss etwas passieren. Die Milchpreise sind jenseits der Schmerzgrenze", sagt Martin Dahlmann, Vorsitzender der Kreisbauernschaft Mettmann.

Im Kreis Mettmann sind 99 Betriebe gemeldet, die insgesamt etwa 4400 Rinder halten. Die Auszahlungspreise für die Milcherzeuger liegen derzeit nur noch zwischen 22 und 25 Cent/kg Milch netto ab Hof. Das hat viele Gründe, erläutert Dahlmann: Das Russlandembargo, eine stockende Importnachfrage aus China, Unruhen und ein unsicheres Marktumfeld sowie die mangelnde Kaufkraft in Erdöl-exportierenden Ländern, so Dahlmann. Zugleich jedoch würden verstärkte Milchanlieferungen den Markt belasteten. "Marktakteure, Handel und Politik stehen jetzt in der Verantwortung, einem Strukturbruch in der Milchviehhaltung entgegenzutreten", forderte der Vorsitzende. In keinem anderen Land sei der Kampf des Lebensmitteleinzelhandels (LEH) untereinander so knallhart wie in Deutschland. "Denn obwohl in anderen europäischen Ländern auch viel Ware am Markt ist, steht der Handel dort hinter der Landwirtschaft und setzt nicht auf Billigpreise", sagt Dahlmann. Der Einzelhandel nehme seine Verantwortung für regionale Strukturen nicht wahr. Daher müsse die Verhandlungsmacht des Milchsektors gegenüber dem Handel gestärkt, zugleich müsse eine weitere Konzentration im Lebensmitteleinzelhandel gestoppt werden.

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