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Alexandra Lager, Immobilienmaklerin
Baukosten sind um 40 Prozent gestiegen

Langenfeld. Neubauwohnungen sind für den Normalbürger fast unerschwinglich geworden. Das betrifft nicht nur den Markt in Monheim.

Monheim Familien, Senioren und weitere Interessenten konnten sich auf dem Immobilientag in der Marienburg am Sonntag über Häuser und Wohnungen sowie über Finanzierungsmöglichkeiten informieren. RP-Mitarbeiterin Viola Gräfenstein sprach dazu mit der Monheimer Maklerin Alexandra Lager.

Wie sieht die aktuelle Wohnraumlage in Monheim aus?

Lager Es gibt nach wie vor zu wenig Miet- und Kaufobjekte. Die Nachfrage an Immobilien ist deutlich höher als das Angebot.

Warum ist das so?

Lager Der Standort Monheim ist sehr attraktiv zum Wohnen. Monheim ist in vielerlei Hinsicht, wie etwa der gebührenfreien Kindergartenplätze, sehr familienfreundlich. Viele Leute ziehen von Düsseldorf oder Köln nach Monheim, weil Monheim im Vergleich günstiger ist als die Großstadt, in der es noch weniger Wohnraum gibt. Vor zehn Jahren hatte man noch nicht damit gerechnet, dass so eine Entwicklung einsetzt und hatte nicht auf Wohnraumbeschaffung gesetzt. Das hat sich jetzt geändert.

Inwiefern hat sich das geändert?

Lager Die Stadt Monheim hat enorm darauf reagiert, diese Problematik zu lösen und auch gegen eine Verteuerung zu wirken. Es gibt viele Projekte, die sich im Bau befinden. Eine eigene Wohnungsbaugesellschaft wurde von der Stadt gegründet. Diese wird in Monheim 385 Mietwohnungen im sozialen Mix bauen. Außerdem unterstützt die Stadt die schnelle Entwicklung von Neubaugebieten und sorgt für eine Flächenverdichtung. Es gibt jetzt zahlreiche Neubauprojekte, wie der Waldbeerenberg in Baumberg, das Gebiet an der Poststraße, in der Blee oder das Menk-Gelände am See.

Bezahlbarer Wohnraum für den Normalbürger ist gerade im Bereich von Bauträgerimmobilien sehr teuer geworden. Wie kommt das?

Lager Das ist richtig. Neubauwohnungen sind teurer geworden. Dies betrifft aber nicht nur unseren Standort. Bauen ist grundsätzlich in den letzten Jahren teurer geworden. Man kann sagen, dass die Baukosten in den letzten zehn Jahren um rund 40 Prozent gestiegen sind. Das liegt auch an den Auflagen für die Verwendung von Baumaterialien und den neuen Energiesparrichtlinien und der besonders hohen Grunderwerbsteuer in NRW. Es ist deshalb aus Kostengründen für Bauträger kaum möglich, eine Immobilie für unter zehn Euro Miete pro Quadratmeter zur Verfügung zu stellen.

Und wie sieht es bei Bestandsimmobilien aus?

Lager Auch dieser Bereich ist schwieriger geworden. Wir müssen sehr lange als Makler suchen, um passende Häuser zu finden. Das liegt auch daran, dass viele Senioren nicht mehr einfach so ihre Häuser aufgeben. Viele würden sich gerne kleiner setzen, aber sie haben Angst, durch den Verkauf ihres Hauses ihre Altersvorsorge aufs Spiel zu setzen, weil der Zinsertrag nach dem Anlegen des Geldes derzeit so niedrig ist.

Wie lange müssen Interessenten in der jetzigen Zeit suchen, bis sie ein passendes Objekt finden?

Lager Es ist tatsächlich sehr schwierig. Viele Kunden berichten mir, schon ein Jahr oder länger gesucht zu haben. Es kommt aber auch darauf an, was man sucht. Im Bereich Wohnungen ist es etwas leichter als bei der Haussuche. Man braucht schon etwas Ausdauer und Glück. Ansonsten helfen die örtlichen Maklerinnen und Makler weiter.

VIOLA GRÄFENSTEIN STELLTE DIE FRAGEN.

Quelle: RP
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