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Monheim
Baumberg-Ost: Verfahren verärgert viele

Monheim: Baumberg-Ost: Verfahren verärgert viele
"Dornieden hat mehr geboten und daher den Zuschlag bekommen", sagt Bürgermeister Daniel Zimmermann. FOTO: Matzerath, Ralph (rm-)
Monheim. Ehemalige Teilnehmer kreiden der Verwaltung an, sie nicht vorher über die Eigentumsverhältnisse aufgeklärt zu haben. Auch gab es wohl Missverständnisse über den Charakter des Wettbewerbs. Von D. Schmidt-Elmendorff

"Unprofessionell" und "nicht transparent". Diese Stichworte fallen, wenn beteiligte Akteure das Wettbewerbsverfahren "Waldbeerenberg" im Nachhinein betrachten. "Die beiden auswärtigen Firmen wussten zum Zeitpunkt der Ausschreibung nicht, dass der Stadt die fragliche Fläche nicht zu 100 Prozent gehört", schimpft Markus Gronauer (CDU). Das bestätigt auch die ehemalige Projektleiterin von Dornieden. "Wir haben aber sicherlich versäumt, nachzufragen." Am Ende sei man sehr verwundert gewesen, dass plötzlich Eigentümer Gernot Paeschke mit am Tisch saß, der laut Bürgermeister Zimmermann schon vorab Vorverträge über die 10.000 Quadratmeter Bauland geschlossen hatte. Das wurde aber nicht öffentlich kommuniziert.

Bürgermeister Zimmermann versteht die Aufregung nicht: Ein richtiger Wettbewerb folge bestimmten Bestimmungen, dies aber sei ein bloßes "Interessenbekundungsverfahren" gewesen. "Da wurden wohl die Unterlagen nicht richtig verstanden", vermutet er. So habe sich das Gebot der Beteiligten auch nur auf einen Quadratmeterpreis bezogen, der unabhängig von der Grundstücksgröße war. "Dornieden hatte mehr geboten als die anderen und daher den Zuschlag für das städtische Grundstück bekommen", sagt er. Dieser Darstellung widerspricht Christian Wedler, ehemaliger Projektleiter der GWH Kassel. "Wir mussten ein Angebot abgeben, das sich auf den Erwerb der Nettobaulandfläche bezog." Er habe zwar gewusst, dass der Stadt nicht alle Flächen gehören, das Verfahren aber sehr wohl als echten Wettbewerb aufgefasst und sich daher sehr geärgert, dass Mitbewerber Dornieden die Gelegenheit erhalten habe, mit seinem Entwurf eine 180-Grad-Wendung zu vollziehen, während sein Unternehmen "viel Zeit und Geld in einen recht ordentlichen Entwurf investiert" hatte. Der Regelfall sei, dass man nach dem ersten Durchgang dem besten - also seinem - Entwurf Gelegenheit zum Nachbessern gebe. "Wir haben schon transparentere Verfahren erlebt", urteilt er abschließend.

Sein Mitgefühl für Dornieden, der jetzt nur 70 Prozent der Fläche bebauen kann, halte sich daher auch in Grenzen, kommentiert Ratsherr Manfred Poell (Grüne) das Verfahren. Der Bauträger habe in dem überarbeiteten Entwurf einfach einige Ideen der anderen Mitbewerber "abgekupfert".

Markus Gronauer ärgert sich über das Versäumnis der Verwaltung, sich im Vorfeld der Planungen nicht eingehend mit dem Pachtrecht in der Landwirtschaft befasst zu haben, so dass die Pachtverträge nicht rechtzeitig gekündigt wurden. Man habe auch nicht alle Eigentümer bewegen können, dem Pächter vor dem Übergang des Eigentums an die Stadt zu kündigen, so Zimmermann.

Quelle: RP
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