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Langenfeld
Behinderte erwirtschaften gute Bilanz

Langenfeld: Behinderte erwirtschaften gute Bilanz
Früher Lager, heute geräuschgedämmte Produktionsstätte mit LED-Lampen. Hier, in einer Halle an der Kronprinzstraße in Langenfeld, montieren neuerdings etwa 30 Menschen Teile für Geberit Mapress. FOTO: Ralph Matzerath
Langenfeld. Die Werkstätten des Kreises Mettmann haben ihre Ergebnisse für 2015 vorgestellt. Die können sich mit 3,77 Millionen Euro Umsatz sehen lassen - außerdem gibt es was zu feiern. Von Sabine Schmitt

Der Aufsichtsrat trinkt also Kaffee, Wasser und Apfelsaft. Das zumindest stand gestern früh schon auf dem Tisch im Konferenzraum der Werkstätten des Kreises Mettmann. Für den Nachmittag waren die Ausschussmitglieder geladen. Das Thema: die Jahresbilanz für 2015. Bei dem ein oder anderen Punkt, hätten die Mitglieder aber vielleicht auch mit einem Sekt anstoßen können. Hier die wichtigsten Infos aus der WfB-Jahresbilanz.

Die Werkstätten des Kreises Mettmann wachsen weiter: Der Kreis Mettmann hat die Werkstätten gegründet, um Menschen mit Behinderung eine berufliche Bildung und Beschäftigung zu bieten. Dabei haben die Arbeiten nicht nur mit Produktivität zu tun, sondern auch mit Wertschätzung und damit, am sozialen Leben teilzunehmen. An den sechs Standorten der WfB arbeiteten 2015 1170 Menschen mit Behinderung - das sind zehn mehr als im Vorjahr. Dazu kommen 240 Fachkräfte oder Assistenten, die die behinderten Menschen bei ihrer Arbeit unterstützen (2014: 238).

Bei seiner Rundfahrt traf Landrat Thomas Hendele in Homberg Hartmut Elsiepen, dessen Sohn Jan und Martin Dahlmann (Kreisbauernschaft). FOTO: RP-Foto. A. Blazy

Der Umsatz steigt - aber die Personalkosten auch: Der Umsatz, den die Mitarbeiter der Werkstätten erwirtschaften, steigt. 2015 lag er bei 3,77 Millionen Euro. Zum Vergleich: 2011 waren es 3,22 Millionen Euro. Der Gewinn allerdings ist von über einer Million Euro in 2014 auf etwa 814.000 Euro in 2015 gesunken. Das liegt daran, dass die Personalkosten der unterstützenden Fachkräfte gestiegen sind. Die Gewerkschaft Verdi hatte im vorigen Jahr dafür gekämpft und gestreikt - und am Ende fünf Prozent für den Sozial- und Erziehungsdienst rausgeholt. Den meisten Umsatz (Zweidrittel) macht WfB übrigens mit Montage und Verpackungen.

Die Werkstätten feiern ihr 40. Bestehen als GmbH: Es war im Jahr 1976, dass der Kreis Mettmann eine GmbH gründete, in der Menschen mit Behinderung in einem angemessenen Umfeld arbeiten können. So sicherte der Kreis einen Betrieb, den es vorher in einer anderen Rechtsform gegeben hatte. "Im ersten Geschäftsjahr arbeiteten hier 139 Menschen mit Behinderung und 18 Assistenten. Der Umsatz lag bei 260.000 DM", sagt der kaufmännische Leiter Andreas Kuhn, während er in alten Unterlagen blättert.

Zum Geburtstag gibt es eine neue Homepage: Die neue Internetseite ist so gut wie fertig und soll in Kürze online gehen, sagt der Aufsichtsratvorsitzende Reinhard Ockel. Außerdem ist das Team auf die Seite auch ein bisschen stolz. Die soll nämlich auch auf Handys und Tablets funktionieren - und sie ist so gestaltet, dass vor allem auch diejenigen sie nutzen können, die in den Werkstätten arbeiten: Behinderte. Damit das sicher klappt, hat das Team die Seite mit den Behinderten gemeinsam erarbeitetet.

WfB fördert Inklusion: Inklusion bedeutet, dass Behinderte und Nicht-Behinderte zusammen arbeiten. Dass das in den Werkstätten selbst passiert, ist klar. Aber es gibt auch immer Mitarbeiter, die direkt in den Betrieben arbeiten, die mit den Werkstätten kooperieren. 2015 waren das 42 Mitarbeiter, 13 mehr als im Vorjahr. Einer von ihnen hilft zum Beispiel beim Kreis Mettmann im Katasteramt, Karten zu digitalisieren. Auch beim Langenfelder Display-Hersteller Deinzer funktioniert das Modell.

Quelle: RP
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