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Langenfeld
Berghausener streiten um Parkplätze

Langenfeld: Berghausener streiten um Parkplätze
"Hier sind Anwohner und Hallennutzer schon wiederholt aneinandergeraten", sagt der 2. Vorsitzende des SSV, Walter Broich. Dabei, findet er, ist die Botschaft des Schildes am Mutter-Teresa-Weg unmissverständlich klar. FOTO: Ralph Matzerath
Langenfeld. "Nur für Lehrpersonal und Hallenbenutzer": Manch ein Anwohner ignoriert dieses Schild - zum Ärger der SSV-Sportler. Von Thomas Gutmann

Papier ist geduldig, und das gilt wohl auch für bedrucktes Blech. "Nur für Lehrpersonal und Turnhallenbenutzer" steht auf dem Schild am Turnhallen-Parkplatz am Mutter-Teresa-Weg in Berghausen. "Trotzdem wird er dauernd von Autofahrern belegt, die weder das eine noch das andere sind, sondern schlichtweg Anwohner, die den Sportlern und Lehrern die Parkplätze wegnehmen", ärgert sich Wolfgang Wollenberg. Der Vorsitzende des SSV Berghausen hat deshalb im Rathaus eine Schranke angeregt - bislang vergeblich.

"Hier sind Anwohner und Hallennutzer schon wiederholt aneinandergeraten", sagt auch der 2. Vorsitzende des SSV, Walter Broich. Diejenigen, die das Schild missachteten, zögen sich gern auf den Standpunkt zurück: "Dies ist ein öffentlicher Parkplatz, also auch für mich." Für die Sportler, darunter Gästeteams und Übungsleiter mit mitunter reichlich Gepäck, bedeute dies oft Parkplatzsuche in den umliegenden Straßen. "Wenn sie dann einen Parkplatz am Straßenrand gefunden haben, ist es auch schon vorgekommen, dass wiederum Anwohner sagen: Der Stellplatz ist meiner! Dabei sind die mit Sicherheit öffentlich", berichtet Wollenberg.

Für Carsten Lüdorf vom städtischen Referat Schule und Sport ist der Parkplatz-Mangel kein spezifisches Berghausen-Problem: "Das haben sie fast überall dort, wo die Bevölkerung wächst oder aus Kindern Leute werden und die Zahl der Autos pro Haushalt steigt." Für Berghausen gilt dies in besonderem Maße, was der SSV auch positiv merkt. 626 Mitglieder hat er inzwischen, 28 mehr als vor einem Jahr. Eine Lösung des Parkplatz-Problems indes ist schwieriger als anderswo. "Am Standort Fröbelstraße stellen wir den Hallennutzern ab 17 Uhr den Schulhof zur Verfügung, am Gymnasium öffnen wir die Schranke des Lehrerparkplatzes. Solch eine Maßnahme ist in Berghausen leider nicht möglich", sagt Lüdorf. Eine Schranke hält er am Mutter-Teresa-Weg für wenig praktikabel: "Dafür ist der Parkplatz (keine 20 Stellplätze) zu klein und der Nutzerkreis zu groß. Ein Schrankensystem würde viel Aufwand bedeuten, aber wenig bringen."

Während der SSV und die Paulus-Grundschule beim Thema Parkplatz in einem Boot sitzen, schippern sie in der Turnhalle schon mal in entgegengesetzte Richtungen. So wünschen sich die Tischtennis-Spieler des Vereins eine Verdunkelungsfolie für die Fensterfront. "Von Frühjahr bis Herbst blendet die Sonne ab dem Nachmittag", begründet der Abteilungsvorsitzende Heinz Beesch das Anliegen. "Da können Sie die Tische ausrichten, wie Sie wollen - einen Spieler trifft es immer." Die Schule will es dagegen möglichst hell haben. Und hat hier die Stadt auf ihrer Seite: "Bei einer Tönung der Fenster müsste von morgens bis abends das Licht eingeschaltet sein, was unseren Energiesparzielen zuwiderliefe", sagt Lüdorf. Eine Nachrüstung mit Jalousien hält er angesichts dringlicherer Investitionen in die Infrastruktur der Sportstadt Langenfeld ebenfalls für kaum durchsetzbar.

Doch es gibt nicht nur Konflikte rund um die Turnhalle in Berghausen, sondern auch Fortschritte. Die Unordnung im Geräteraum, die mal den SSV über die Schule klagen lässt und mal die Schule über den SSV, soll der Vergangenheit angehören. Mit der Stadt vereinbarte der Verein, dass neue, teils mobile Ablagen fürs Sportzubehör angeschafft werden. "Außerdem wird ein Plan ausgehängt, der jedem zeigt, was wo zu finden und nach Gebrauch auch wieder an derselben Stelle zu deponieren ist", sagt SSV-Vize Walter Broich.

Quelle: RP
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