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Langenfeld
Besitzer besorgt: Hunde mit Ködern vergiftet

Langenfeld. Innerhalb kurzer Zeit sind drei Hunde im Kreis Mettmann verendet, nachdem sie Gift gefressen hatten. Von Nicole Scharfetter und Gökçen Stenzel

Seit mehreren Wochen treibt ein Tierhasser in Hilden sein Unwesen. Scheinbar wahllos verteilt er Giftköder, die schon mindestens drei Hunde das Leben kosteten. Zahlreiche Tiere wurden vergiftet. "Die Hauptfundorte waren an der Karnaper- und der Reisholzer- sowie der Hildener Straße im Düsseldorfer Süden", sagt Thomas Mielke, Leiter des Hildener Tierheims. In Langenfeld und Monheim sind aktuell keine vergleichbaren Fälle bekannt.

Winfried Plaatje geht regelmäßig mit seiner dreijährigen Boxerdame Esacara von Maximilian im betroffenen Gebiet spazieren, und unter Hundefreunden gibt es derzeit kein anderes Gesprächsthema mehr. Fast täglich kommt er nach Hause und berichtet seiner Frau von einem neuen Fall. Allein in dieser Woche hörte er von zwei Vergiftungen. Und auch tote Wildtiere habe er schon entdeckt. "Seit einiger Zeit dürfen wir unsere Tiere auf dem Gelände ohne Leine laufen lassen und ich glaube, das passt jemandem nicht", sagt Plaatje. Er hat Angst um seine Escara. "Andere wollen ihren Hunden einen Maulkorb anlegen, damit sie gar nicht erst in Versuchung kommen können", erzählt Plaatje. Besonders merkwürdig: Nachdem der Setter eines Bekannten von Plaatje wegen eines Giftköders einging, hatte dieser Warnhinweise im Wald aufgehängt. "Ein dunkel gekleideter Mann riss die Hinweise ab, aber ich konnte ihn nicht erkennen. Er war zu weit weg", sagt er.

"Ich kann mich nicht erinnern, dass so jemand schon einmal gefasst worden ist", sagt Polizeisprecher Frank Sobotta dazu. "Wenn uns ein bestimmter Ort angegeben wird, gehen wir im Zuge der Gefahrenabwehr hin und versuchen, Giftreste einzusammeln – sofern das die Hundebesitzer nicht schon getan haben."

Vor knapp zwei Jahren habe die Polizei bei ähnlichen Fällen in Langenfeld noch Köder eingesammelt. Hohe Strafen erwarten den oder die Täter ohnehin nicht, es handelt sich um ein "Vergehen". Nach dem Tierschutzgesetz kann eine Geldstrafe oder Haft bis zu drei Jahre verhängt werden, strafrechtlich ist es Sachbeschädigung. Staatsanwalt Ralf Herrenbrück, der von "gezieltem Töten" spricht: "Die Leute sind empört, aber strafrechtlich ist nicht viel zu machen."

Ob es sich bei den Ködern immer um das gleiche Gift handelt, weiß Thomas Mielke nicht. "Bei einem Fall konnte eindeutig bewiesen werden, dass der Hund Schneckenkorn gefressen hat", sagt der Tierheimleiter. Nach dem Spaziergang begann der Vierbeiner zu zittern, kippte um und krampfte. Aber auch Symptome wie Erbrechen oder Durchfall seien üblich. Schneckenkorn werde normalerweise in Gärten und landwirtschaftlichen Betrieben als Schneckenbekämpfungsmittel eingesetzt. "Noch grausamer ist Rattengift", weiß Mielke, weil es ein Verzögerungsgift ist. "Und die Giftköder müssen präpariert sein, damit sie für den Hund interessant werden", sagt er. An pures Gift gehen Tiere nämlich nicht heran. So muss es sich auch an der Hildener Straße zugetragen haben: "Bei uns im Wald wurden Frikadellen entdeckt", so Winfried Plaatje. Wenn die Vermutung besteht, der Hund habe etwas gefressen, sollte sofort ein Tierarzt aufgesucht werden.

Quelle: RP
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