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Langenfeld/Monheim
Betrunkener schleudert Busfahrer Bierflasche an Kopf

Langenfeld/Monheim: Betrunkener schleudert Busfahrer Bierflasche an Kopf
Nach dem gewaltsamen Streit zwischen dem Busfahrer und den Betrunkenen kümmern sich Sanitäter um die Verletzten. Die Polizei ermittelt. FOTO: Schüller
Langenfeld/Monheim. Die Polizei ermittelt wegen gefährlicher Körperverletzung - auch gegen den BSM-Fahrer, der Pfefferspray einsetzte. Von Thomas Gutmann

Der Busfahrer, der sich am Montagabend an der Haltestelle "Langenfelder Rathaus" mit Pfefferspray zur Wehr setzte, hat laut Polizei "nicht unerhebliche" Kopfverletzungen erlitten. Demnach wurde der 56-Jährige mit einem mit Bierflaschen gefüllten Jutebeutel am Kopf getroffen. Auf ihn eingeschlagen hatte ein betrunkener 22-Jähriger, dem der Busfahrer wegen dessen Zustand die Mitfahrt verweigert hatte.

Zu dem Streit, bei dem weitere Beteiligte durch das Pfefferspray verletzt wurden, kam es nach Angaben der Polizei gegen 18.50 Uhr. Eine sechsköpfige Gruppe - drei Männer und eine Frau sowie zwei Kinder - wollten an der Rathaus-Haltestelle in den 791er in Richtung Solingen einsteigen. Weil die Erwachsenen im Alter zwischen 22 und 38 Jahren offensichtlich betrunken waren und geöffnete Bierflaschen in der Hand hatten, weigerte sich der Fahrer, sie mitzunehmen. "Es entwickelte sich ein zunächst verbaler Streit, der dann sehr schnell so weit eskalierte, dass der Busfahrer bespuckt wurde und sich von der insgesamt aggressiv auftretenden Personengruppe so bedrängt und angegriffen fühlte, dass er ein mitgeführtes Reizstoffsprühgerät einsetzte", berichtet Polizeisprecher Ulrich Löhe.

Nach seinen Angaben handelt es sich bei der Gruppe um Mazedonier aus Wuppertal. Die Polizei ermittelt nun wegen gefährlicher Körperverletzung gegen beide Seiten. Denn auch der Einsatz von Pfefferspray gegen Menschen ist verboten. Zudem handelt es sich laut Polizei bei dem von dem Busfahrer eingesetzten Exemplar um ein nach dem Waffengesetz verbotenes Reizstoffsprühgerät.

Der Busfahrer, der in ein Düsseldorfer Krankenhaus gebracht wurde, ist Mitarbeiter der Bahnen der Stadt Monheim (BSM). Die gaben gestern "aufgrund der laufenden Ermittlungen" keine Auskunft zu dem Fall.

Von gelegentlichen Streitereien mit Fahrgästen - etwa wegen des Ess- und Trinkverbots in Bussen - kann wohl jeder BSM-Busfahrer erzählen, tätliche Übergriffe sind aber sehr selten. Der letzte gravierende Fall, der bekannt wurde, liegt mehr als 15 Jahre zurück. Dabei wurde der Fahrer derart schwer mit einem Elektroschocker attackiert, dass er seinen Beruf nicht mehr ausüben konnte. Die BSM haben daraus die Konsequenz gezogen und als erstes Verkehrsunternehmen in NRW überhaupt ihre 28 Busse mit Videokameras ausgestattet.

Die Überwachung wirkt abschreckend, sowohl was Übergriffe angeht als auch Vandalismus. Zudem können die Aufnahmen, die bei der BSM nach 36 Stunden gelöscht werden, bei der Aufklärung helfen.

Quelle: RP
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