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Langenfeld
Biennale: Eröffnung weckt Lust auf mehr

Langenfeld: Biennale: Eröffnung weckt Lust auf mehr
Am Neuen Markt verkörperten diese Gesellen die Uniformität der Gesellschaft. Ein beeindruckendes Schauspiel zur Eröffnung der Biennale. FOTO: Olaf Staschik
Langenfeld. Die Verbindung von Kultur und kulinarischen Genüssen erwies sich beim Start der Veranstaltungsreihe in Haan als gelungene Mischung. Mit großem Straßentheater mitten auf dem Haaner Neuen Markt wurde am Freitag der künstlerische Teil des Internationalen Theaterfestivals der Neanderland Biennale 2015 eröffnet. Von Gundel Seibel und Dorothee Schmidt-Elmendorff

Das "Teatr KTO" aus Krakau präsentierte unter der Leitung von Jerzy Zon die Welturaufführung des Stücks "Peregrinus". Keine Sprache benötigten die polnischen Künstler für ihre Aufführung, weil sie pantomimisch hervorragend ausdrücken konnten, worum es ging: um "Jedermann", um anonyme Menschen wie Du und ich. Gefangen in einer Welt von Konformität, Anspruchshaltung und Gemeinschaftsdruck. Uniform in Grau gekleidet steckten ihre Köpfe in überdimensionalen Masken. Alle sahen mehr oder weniger gleich aus, trippelten geschäftig hin und her. Die erste Theaterkulisse war der Geschäftsraum der Schwanenapotheke. Danach fand alles draußen statt, an verschiedenen Stationen des Neuen Marktes.

Die Zuschauer hatten sich zuvor schon an einladend gedeckten Tischen und Bänken mit selbst mitgebrachten Köstlichkeiten gestärkt. Aus Velbert und Heiligenhaus waren die Ehepaare Hollstein und Tilders nach Haan gekommen. "Wir haben in früheren Jahren schon das Teatr KTO gesehen. Es ist erstklassig", waren sich die Freunde einig.

Begeistert zeigten sich auch die Ehrengäste bei der Eröffnungsveranstaltung in der Alten Pumpstation: Schirmherr Landrat Thomas Hendele schwärmte in seiner Begrüßungsansprache von der erfolgreichen Festival-Entwicklung. Das diesjährige Theatermotto "Aufbruch" wird in Zusammenarbeit mit Künstlern aus Frankreich und Polen gestaltet. "Alle Städte im Kreis haben Partnerstädte in Frankreich", sagte der Landrat, und viele hier lebende Menschen haben polnische Wurzeln. Das verbindet. Dank sagte der Landrat Förderern und Sponsoren wie der Stadt-Sparkasse Haan, dem Polnischen Institut, dem Institut Francais und dem Landschaftsverband Rheinland.

Weiteres Programm:

Die Pubertät und ihre Verwirrungen sind ein zeitloses, immer aktuelles Thema. Wer könnte daher dem Stoff von Frank Wedekinds Theaterstück "Frühlings Erwachen" mehr Authentizität verleihen als Gymnasiasten, die diese Zerrissenheit zwischen Kindheit und Erwachsenenwelt selber gerade durchleben oder durchlebt haben? Am Mittwoch, 10. Juni, 19.30 Uhr führt der Literaturkursus der Otto-Hahn-Gymnasiums Monheim den Klassiker in der Aula am Berliner Ring auf.

Kostproben ihres schauspielerische Könnens geben Amateurtheatergruppen aus dem Bergischen Land beim "Theatermarkt" in der Stadthalle am Samstag, 13. Juni, von 11 bis 17 Uhr. Premiere feiert beispielsweise "NachbarKöpfe" des Wuppertaler Seniorentanztheaters. Die "Kryptologen" aus Bergisch Gladbach bringen "Alte Liebe" von Elke Heidenreich auf die Bühne. Auch die Langenfelder Studiobühne zeigt ihr aktuelles Stück. Von 11.15 bis 17 Uhr findet der Workshop Musical-Musical statt für alle, die das Genre ausprobieren wollen. Die Teilnahme ist gebührenfrei.

Unter dem Titel "Regen ist ja auch gut für die Haut!" lädt das Theater am Schlachthof aus Neuss am Sonntag, 14. Juni, zu einer humoristisch-musikalischen Spazierlesung rund um die Wasserburg Haus Graven ein. Hinter jedem Baum könnte ein Schauspieler lauern und hinter jedem Busch ein Lied! Bei dieser Wandel-Lesung spaziert das Publikum durch Wald und Flur, die Literatur marodiert am Wegesrand und der Weg ist das Ziel. Die Teilnehmer begeben sich auf eine Entdeckungsreise nach Frankreich. Und am Ende zahlen die Literaturliebhaber frei nach dem Motto "Betaal wat de häs", was die Veranstaltung ihnen wert war.

Quelle: RP
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