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Langenfeld
Bildhauerin zeigt dralle Figuren

Langenfeld. Ausstellung von Elke Tenderich-Veit beim Kunstverein eröffnet. Von Sandra Grünwald

Der Flügelsaal im Kulturzentrum mag kaum die vielen Besucher fassen. Immer wieder müssen bei der Vernissage des Kunstvereins Langenfeld (KVL) Stühle nachgestellt werden. Bildhauerin Elke Tenderich-Veit ist weit über die Grenzen Langenfelds hinaus als Künstlerin bekannt. So war sie bereits an mehreren internationalen Symposien beteiligt, hat ihre Werke bundesweit und im Ausland gezeigt. Für Langenfeld schuf sie die Bronze-Skulptur "Die Christel von der Post und ihr Postillion", das auf dem Galerieplatz stehende Traditionspaar der Stadt. "Einem damaligen politischen Entscheidungsträger war die Dame tatsächlich zu füllig", erinnerte Vizebürgermeister Dieter Braschoss bei der Vernissage an die Vorgeschichte zu Beginn des Jahrtausends.

Füllig, drall, gewichtig - so kann man die Frauendarstellungen von Elke Tenderich-Veit passend bezeichnen, denen sie sich in den letzten zehn Jahren gewidmet hat, wobei sie hier vor allem die Bewegung und Form als Herausforderung empfand. "Sie sind Form gewordene Emotion", sagt KVL-Kuratorin Beate Domdey-Fehlau passend. So sollen die runden Formen nicht als neues Schönheitsideal fungieren, sie seien vielmehr eine Rückbesinnung auf "archaische Formen, auf die Fruchtbarkeitsgöttin, auf Mutter Erde."

In ihrer Ausstellung im Kunstraum de KVL, die den aussagekräftigen Titel "Arena" trägt, zeigt Elke Tenderich-Veit diese schwergewichtigen Frauen in einer wunderbar grazilen Eleganz. Sie tanzen auf Kugeln, stehen auf einem Bein oder gar auf den Händen. Daneben sind jedoch auch zwei ihrer "Heldenköpfe" zu sehen, die "blind und sprachlos sich eigentlich als Antihelden darstellen", wie es Domdey-Fehlau erklärt. Gerahmt werden ihre Skulpturen von Bildern, die die Künstlerin zum ersten Mal ausstellt. Es sind in Erdtönen und mit Federn und anderen Materialien gestaltete Werke, zart und ausdrucksvoll gleichermaßen, wie "Verletzte Seele" oder "Himmelswagen". Dem gegenüber ihre in kräftigen Farben und dynamischer Pinselführung erschaffenen Frauenbilder. "Erst bist du Frau, dann plötzlich Mutter", sagt die Künstlerin, die im Dezember ihren 70. Geburtstag feiert, angesichts ihrer Serie "Gespräche mit der Mutter". Elke Tenderich-Veit hatte nach ihrer Ausbildung zur Holz- und Steinbildhauerin ein Studium an der Folkwang-Universität der Künste absolviert. Seit 23 Jahren ist sie Mitglied des KVL, war lange stellvertretende Vorsitzende und ist zurzeit Kassiererin. "Gemeinsam mit der Kuratorin ist sie die gute Seele des Kunstvereins", betont der KVL-Vorsitzende Felix Fehlau. Und so sind ihre Bilder und Skulpturen "beseelt von ernsthafter Reflexion über den Menschen, aber auch begleitet von viel Humor", wie es Beate Domdey-Fehlau auf den Punkt bringt.

Quelle: RP
 
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