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Langenfeld
Bolzplatz muss Wohnungsbau weichen

Langenfeld: Bolzplatz muss Wohnungsbau weichen
Jürgen Hohl und 254 weitere Anwohner forderten auf einer Unterschriftenliste, den Bolzplatz am Leipziger Weg nicht zu bebauen. FOTO: rm-
Langenfeld. Das städtisches Grundstück am Leipziger Weg wird verkauft. Anwohner stimmen Politiker nicht um.

Die Stimmung im großen Ratssaal war geladen. Anwohner des Leipziger Wegs, die eine Bebauung der dortigen großen Spielwiese verhindern wollten, machten in der Sitzung des Planungsausschusses ihrem Unmut Luft. Doch es änderte nichts: Einstimmig entschieden die Politiker, das städtische Grundstück an einen Investor für den Bau von etwa 30 Sozialwohnungen zu verkaufen. Damit folgten sie dem kürzlich gemeinsam beschlossenen Handlungskonzept, das in Langenfeld deutlich mehr preiswerten Wohnraum schaffen soll - unter anderem auf verfügbaren stadteigenen Flächen. Allein die BGL scherte in der erhitzten Atmosphäre aus und enthielt sich mit dem Argument, dass noch nicht alle Fragen geklärt seien.

Solche Fragen hatten zuvor die Anwohner gestellt und als Interessengemeinschaft "Unser Bolzplatz Leipziger Weg" 255 Unterschriften übergeben. Diese Grünfläche werde von Kindern aus den umliegenden Mehrfamilienhäusern ohne eigenen Garten genutzt, argumentierten sie. In der fußläufig sicher zu erreichenden Umgebung gebe es keine vergleichbare Fläche. Zudem erhöhe sich durch ein zusätzliches Mehrfamilienhaus das Verkehrsaufkommen am Leipziger Weg.

Doch Planungsamtsleiter Stephan Anhalt bezeichnete die Forderung der IG als "ungerechtfertigt", die städtische Grünfläche freizuhalten, da die privaten Hauseigentümer die eigenen Grundstücke ja intensiv ausgenutzt hätten. In einem Radius von 1000 Metern gebe es fünf Bolzplätze und einen nachmittags geöffneten Schulhof, außerdem in der Nähe drei Spielplätze. Bei durchschnittlich rund 1000 gezählten Autos am Tag sei diese Sackgasse auch nicht übermäßig von Verkehr belastet. Zudem verwies Anhalt auf Stellplätze auf dem beabsichtigten Baugrundstück und darauf, dass bei Sozialwohnungen die Zahl der Autos vergleichsweise gering sein dürfte.

Die Ausschussmitglieder folgten diesen Argumenten. Barbara Zwank-Mielke (CDU) gab zudem den Eindruck ihrer Fraktion wieder, dass auf dem Grundstück kaum Fußball gespielt werde. "Das Gras ist hoch, es sind kaum Stellen abgewetzt." Ähnlich äußerte sich Günther Herweg (Grüne): "Ich war an fünf Nachmittagen dort. Obwohl das Wetter immer schön war, habe ich dort nie ein Kind gesehen."

(mei)
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